Dienstag, 27. MĂ€rz 2018

Elterninitiative Ganztagsschule lÀdt zur Bedarfserhebung ein

Will Dossenheim zwei Ganztagsschulen?

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Frau Beate (Mitte) eröffnet den Abend

 

Dossenheim, 05. Mai 2012. (red/cr) Die Elterninitiative „Ganztagsschule“ stellte das Projekt interessierten Eltern und Vertretern von Kindergarten, Schulen vor. Im Anschluss konnte das Publikum Fragen stellen.

Von Christian Ruser

Mehr als 130 Interessierte sitzen im Martin Luther Haus im Publikum. Die Elterninitiative „Ganztagsschule“ (GTS) hat die Eltern der Kindergartenkinder, Erst- und ZweitklĂ€ssler eingeladen, gemeinsam den Bedarf eines Ganztagsangebots fĂŒr die Grundschule zu diskutieren.

Zur Diskussion haben die Vertreter der Elterninitiative Frau Land, Frau Sliwka und Herr Klug auch Vertreter der beiden ortsansĂ€ssigen Grundschulen, des Schulamts und die Weinheimer Rektorin Christiana EitenmĂŒller eingeladen.

Nach einer kurzen Vorstellung der GĂ€ste begrĂŒĂŸt BĂŒrgermeister Lorenz von Seiten der Gemeinde die Anwesenden. Ihm gefĂ€llt, dass die Initiative aus den Schulen heraus kommt.

Ganztagsschule und CDU ist fĂŒr mich kein Widerspruch.

FĂŒr ihn steht fest, dass sich Schulen in Zukunft entwickeln mĂŒssen und sich Dossenheim dieser Entwicklung stellen muss. Die Arbeitergebnisse der Elterninitiative möchte er in den Gemeinderat einbringen. Die Erkenntnisse sollen als Diskussionsgrundlage dienen.

Wie sieht es in den Schulen aus?

ZunÀchst stellen die Vertreter der Elterninitiative Frau Land, Frau Sliwka und Herr Klug die gegenwÀrtige Situation an den Dossenheimer Schulen vor und beleuchten die Möglichkeiten einer Ganztagsschule. Bisher gibt es im Schulbezirk Mannheim 46 Ganztagsschulen.

In den KindergĂ€rten ist das Ganztagsangebot bereits eingezogen und wird von den Eltern intensiv genutzt. Im Grundschulbereich wird außer der Kernzeitbetreuung noch nichts angeboten.

Was bietet eine offene Ganztagsschule?

Die Elterninitiative glaubt, dass fĂŒr Dossenheim eine offene Ganztagsschule ein guter Ansatz ist. Bei diesem Modell wird parallel zum regulĂ€ren Vormittagsunterricht ein Nachmittagsprogramm angeboten. Das Nachmittagsangebot soll Hausaufgabenbetreuung, Lernförderung, Sport- und Kunstangebote enthalten. Wichtigster Aspekt ist hierbei die VerlĂ€sslichkeit des Angebots, da Eltern sich darauf verlassen mĂŒssen, dass ihre Kinder in der Schule beaufsichtigt werden.

Uwe Wurz stellt die Rahmenbedingungen klar.

Der rechtliche Rahmen

Ein Hort legt den pĂ€dagogischen Schwerpunkt auf die Betreuung der Kinder. Eine Ganztagesschule soll auch in den Nachmittagsstunden den SchĂŒlern Bildungsmöglichkeiten anbieten.

Herr Wurz vom Schulamt erklĂ€rt, dass man sich fĂŒr eine der beiden Modelle entscheiden sollte, da Fördergelder nur fĂŒr Hort oder Ganztagesschule bereitgestellt werden. Beide Modelle nebeneinander zu realisieren ist deshalb nur schwer möglich.

Entscheidet man sich fĂŒr eine offene Ganztagsschule, muss mindestens an vier Nachmittagen ein Angebot gewĂ€hrleistet sein.

Herr Wurz ist der Auffassung, dass eine Ganztagesschule vor allem ein Gewinn fĂŒr die Kinder darstellt. Es kommt bei den Kindern keine Langeweile auf.

Auch die Schule wird zum Lern- und Lebensort aufgewertet. Lernen in der Gemeinschaft und Vermittlung sozialer Kompetenzen sind zentrale Lehrinhalte von Ganztagesschulen. Wichtig ist dabei eine Rhythmisierung. Am Vormittag sollten nicht mehr als vier Unterrichtsstunden abgehalten werden, die durch Pausen und ein gemeinsames FrĂŒhstĂŒck gegliedert werden.

In Weinheim ist Ganztagsschule schon RealitÀt

Christina EitenmĂŒller, Rektorin der Friedrich-Grundschule in Weinheim

Frau EitenmĂŒller ist Rektorin einer Ganztagesschule in Weinheim (Anm. d. Red.: Und CDU-StadtrĂ€tin in Weinheim). Sie beschreibt viele Probleme, die nur im Alltag gelĂ¶ĂŸt werden konnten.

FĂŒr die Lehrer war es zunĂ€chst eine Umstellung, da auch fĂŒr sie der Schultag lĂ€nger wird. Aber Christina EitenmĂŒller sieht auch deutliche Vorteile. Durch direkte Hausaufgabenbetreuung sehen die Lehrer, ob die Zeit ausreicht oder nicht. Auch kann eine intensivere Beziehung zu den Kindern aufgebaut werden.

Offene Ganztagsschule, ein Modell fĂŒr Dossenheim

Die Leiter der Dossenheimer Grundschulen können sich fĂŒr ihre Einrichtungen die offene Ganztagesschule gut vorstellen. Da die B3 von vielen Eltern als Gefahr empfunden wird, sorgt diese Aussicht zudem fĂŒr Erleichterung.

Die Kosten, die auf die Eltern zukommen können, werden bisher als sozialvertrÀglich eingeschÀtzt.

Problematisch könnte die Einrichtung einer Ganztagsschule in der Neubergschule sein, da dort noch weitere RĂ€umlichkeiten geschaffen werden mĂŒssen. Da das Projekt aber frĂŒhestens zum September 2013 umgesetzt werden kann, bleibt Zeit ĂŒber eine Schulerweiterung z.B. im alten Hanna und Simeon-Heim nachzudenken.

ZunĂ€chst muss aber die Elterninitiative die Nachfrage klĂ€ren. Hierzu verteilte sie an die Anwesenden Fragebögen. Jetzt heißt es, auf die Ergebnisse zu warten.