Freitag, 22. September 2017

Sieger plant den Bahnhofsplatz

Grün ist maßgeblicher Faktor

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Dossenheim, 27. Juni 2012. (red/cr) Das Landschaftsplanungsbüro Faktorgrün wird den neuen Bahnhofsplatz planen. Ausgangspunkt wird der Siegerentwurf „Willkommen in Dossenheim“

Von Christian Ruser

Siegerentwurf "Willkommen in Dossenheim". Bild: Gemeinde Dossenheim

Im Januar dieses Jahres wurde eine Mehrfachbeauftragung zur Planung des Bahnhofsplatzes und angrenzender Bereiche ausgeschrieben. Die Entwürfe von fünf Landschaftsplanungsbüros kamen in die engere Auswahl.

Am 19. Mai befasste sich das Preisgericht, bestehend aus Gremienmitgliedern, Verwaltung, Fach- und Sachpreisrichtern mit den Entwürfen. Wichtig war es, dass die Ideen anschlussfähig an das übrige Dossenheim sind und realisiert werden können. Als bester Entwurf setzte sich der urbane Platz des Landschaftsarchitekturbüro Faktorgrün (Freiburg/Heidelberg) durch.

Das Landschaftsarchitekturbüros Faktorgrün ist unter anderem Für die Augusta-Anlage (Mannheim) und die Bahnstadt (Heidelberg) verantwortlich.
Martin Schedelbauer stellt sein Projekt nochmals detaillierte vor dem Gemeinderat vor. Motto des Beitrags war „Willkommen in Dossenheim“.

Für die Planung war es zunächst wichtig die Bedeutung des Bahnhofsplatzes in Kontext zum Kronenburger Hof und Rathausplatz zu setzen. Der Bahnhofsplatz soll als Entree/Stadttor für Dossenheim dienen.

Schedelbauer beschreibt den Bahnhofsplatz als schwer zu definieren. Richtung Südosten ist der Übergang nicht umrissen. Gegenüber der Volksbank ist ein zweistöckiges Fahrradgebäude geplant. Auch der Bach soll teilweise wieder an die Oberfläche geholt werden. Sowohl der Brunnen, als auch der Bodenbelag könnte mit Porphyr gestaltet werden.

Hans-Peter Stöhr (CDU) dankte Herrn Schedelbauer für den Entwurf und sieht dort viele Vorstellungen des Gemeinderats verwirklicht.

Carlo Bonifer (SPD) findet das Konzept der Verlagerung der Parkplatzmöglichkeiten in den Umliegenden Bereich sehr radikal:

Man muss sich entscheiden, will man einen Platz oder Parkplätze.

Ihm gefällt der Vorschlag vielleicht auch deshalb sehr gut, da er eine Kompromisslösung, sondern ein klare Idee ist.

Auch Cornelia Wesch (Freie Wähler), die auch Teil des Preisgerichts war, ist von den Entwurf begeistert. Ihr fehlt aber die Planung des Gesamtbereichs. Auch möchte sie das bei der Überplanung die e-Mobilität Beachtung findet.

Matthias Delbrück (grün kommunal) sieht nun die Chance, bei der Planung des Bahnhofsplatz auch einen durchgehenden Radweg entlang der B3 zu schaffen.

Eugen Reinhard (FDP) gefällt vor allem die das Zweigeschossige Radabstellhaus, da eine platzsparende Möglichkeit gefunden wurde.

Die einzige Kritik kommt von Bündnis90/Die Grünen. Ute Zedler befürchtet, dass der Platz nur seine Wirkung entfalten kann, wenn man dem Vorschlag ohne wesentliche Abstriche folgt. Der Entwurf schätzt zur Realisierung Kosten von zwei Millionen Euro. Deshalb spricht sich Zedler für den Zweitplatzieren aus.

Der Gemeinderat beschließt mit einer Gegenstimme Faktorgrün mit der Planung und Ausführung des Bahnhofsplatzes zu beauftragen. Die Arbeiten der Mehrfachbeauftragung werden zwei Wochen im Rathaus für die Öffentlichkeit ausgestellt.

Ob das Konzept die Dossenheimer überzeugen wird, wird sich zeigen. Die Planung eines Eiscafés und eines Brunnens direkt neben den Bahngleisen ist sicherlich eine Gefahrenquelle, auf die in der Planung noch eingegangen werden muss.

Auch wird bei der Planung des Bahnsteigs darauf geachtet werden müssen, dass ein digitales Fahrplaninforamtionssystem, wie es an vielen Haltestellen bereits besteht, oder ein taktiles Leitsystem für Sehbehinderte das Konzept des Platzes beeinflusst.