Mittwoch, 11. April 2018

Rektor Gerd Ortlieb blickt auf seine erfolgreiche Arbeit zurück.

„Mein Beruf hat mich ausgefüllt!“

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Gerd Ortlieb sieht noch nicht den Ruhestand, sonder zunächst die Ferien.

 

Dossenheim, 30. Juli 2012. (red/cr) Gerd Ortlieb akzeptiert, dass er das Alter für den Ruhestand erreicht hat. Nun beginnt für ihn ein neuer Lebensabschnitt, den er aktiv gestalten möchte. Ideen hat er viele, möchte sich aber noch auf nichts festlegen.

Von Christian Ruser

„Das Feld ist gut bestellt“, sagt Gerd Ortlieb. So kann er zufrieden und gelassen seinen Posten als Rektor der Neubergschule für seinen Nachfolger Markus Ranzenberger frei machen. Sein Lehrerberuf hat ihm immer viel Freude gemacht, so dass er nie den Ruhestand anstrebte. Jetzt, wo es soweit ist, akzeptiert er dies.

Auch früher hat er nie mit Gewalt ein Ziel angestrebt, sondern darauf geachtet, welche Möglichkeiten das Leben für ihn bereit hält. Die hat ihm die Flexibilität erhalten, dann schnelle Entscheidungen treffen zu können.

Rückblickend war es ihm wichtig im Kollegium die Teamfähigkeit zu stärken. Der Beruf des Lehrers ist, seiner Meinung nach, noch zu sehr der eines Einzelkämpfers. Bei geschlossener Klassenzimmertür hat er seinen Unterricht zu gestalten. Für Ortlieb ist Teamfähigkeit aber eine sehr wichtige Schlüsselkompetenz, die im Kollegium vorgelebt und im Unterricht vermittelt werden muss.

Erziehung zu einer harmonischen Gesamtpersönlichkeit

Selbst hat er sie beim Mannschaftssport gesehen, weshalb ihm Schulsport sehr wichtig ist. Auch der musikalische Ansatz im Schulchor vermittelt diese Schlüsselkompetenzen. So hat er besonders dieses Talent seines Nachfolgers, Markus Ranzenberger, als ergänzenden pädagogischen Aspekt, sehr zu schätzen gelernt.

Schule bedeute für ihn mehr als die reine Vermittlung von Faktenwissen, sondern auch das Beibringen von kulturellen und sozialen Werten. Dabei ist klar, dass jeder seine Stärken und Schwächen hat. Eben deshalb ist es Gerd Ortlieb wichtig ein breites Angebot abzudecken, damit jeder seine Stärken entwickeln kann. Der Lehrer ist hierbei ein Entwicklungshelfer für die Persönlichkeit.

Besonders im Vorschulbereich sieht Gerd Ortlieb noch Entwicklungspotential und wünscht sich, dass von staatlicher Seite mehr Gelder zur Verfügung gestellt werden. Die Tendenz, dass immer mehr Kinder durch außerschulische Aktivitäten überfordert werden, sieht er kritisch. Talente eines Kindes sollten gefördert werden, aber nur nach den individuellen Anlagen:

Es muss nicht jedes Kind bei Geburt schon Abitur haben!

Mit diesem Satz möchte er zu bedenken geben, dass zwar Kinder in den ersten Lebensjahren sehr aufnahmebereit sind, es aber durchaus Ruhephasen geben muss, damit das Kind Kind sein kann. Zuallererst sollten die meisten Eltern zufrieden sein, wenn sie ein gesundes Kind haben. Für Bildung ist auch später noch die Zeit und die Schule da.

Wie es für ihn selbst nun weiter geht, kann er noch nicht sagen. Sicher ist er sich nur, dass er den Ruhestand aktiv und flexibel gestalten möchte.