Samstag, 21. September 2019

Gemeinderat wünscht mehrheitlich den Erhalt am Standort Dossenheim

Privatschule „LernZeitRäume“ evtl. im Gewann „Schwertäcker“

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Dossenheim, 11. April 2013. (red/aw) Der Gemeinderat wünscht sich den Erhalt der „LernZeitRäume“-Privatschule am Standtort Dossenheim. Daher entschied er in seiner Sitzung am 09. April als möglichen Schulstandort die Flächen im Gewann „Schwertäcker“, mangels sonstiger Alternativen, vorzustellen. Nun muss die Verwaltung gemeinsam mit dem Nachbarschafts- und Regionalverband die planungsrechtliche Machbarkeit erörtern. Die Entscheidung fiel nicht ohne Kritik von Seiten der Freien Wähler und Bündnis ’90/Die Grünen.

Hier könnte die neue Schule „LernZeitRäume“ entstehen. Ein Gebiet, dass eigentlich als „grüne Zone“ erhalten bleiben sollte. (Quelle: Öffentliche Vorlage der Gemeinde Dossenheim)

 

Von Alexandra Weichbrodt

Die Gemeinde strebe bei der Standortvergabe im Gewann „Schwertäcker“ kein Umlegungsverfahren an und sei bei den Grundstücksverhandlungen lediglich unterstützend tätig, sagte Bürgermeister Hans Lorenz noch einmal ausdrücklich. Nachdem sich die Gemeinde aber vor einigen Monaten gegen eine Ausweisung von Flächen im Gewann „Schwertäcker“ ausgesprochen hatte, muss die Verwaltung mit den Fachbehörden – in diesem Fall dem Regional- und Nachbarschaftsverband – klären, ob diese eine Zurverfügungstellung der Flächen unterstützen würden.

Diese bereits in der Vergangenheit getroffene Entscheidung des Gemeinderats veranlasste besonders die Freien Wähler und die Grünen dazu, gegen den Beschlussantrag zu stimmen.

Der Bergstraßen-Charakter muss unbedingt erhalten bleiben. Daher wägen wir ab. Wir hätten die Schule gerne in der Gemeinde, aber nicht an dieser Stelle,

sagte Cornelia Wesch. Der Vorschlag wäre ein „erster Schritt in die falsche Richtung“, fand die Fraktionssprecherin der Freien Wähler.

Ähnlich sah es Dr. Thomas Katlun von Bündnis ’90/Die Grünen. Er vermutete, mit diesem Vorhaben werde eine Tür geöffnet, die man später nicht mehr schließen könne.

Wir wissen noch nicht einmal, wie diese Schule aussehen soll. Plötzlich stehen wir dann wieder vor vollendeten Tatsachen,

sagte er.

Zustimmung nur für dieses spezielle Objekt

Die Größe und Bauart der eventuell entstehenden Schule machte auch den anderen Fraktionen Sorgen. Man müsse sichergehen, dass hier „kein achtstöckiges Gebäude entsteht“, forderte beispielsweise Klaus-Peter Stöhr von der CDU. Auch die FDP übte Kritik:

Welchen Nutzen hat die Schule für die Gemeinde? Ich sehe hier nur eine Schule für Kinder reicher Eltern,

formulierte Eugen Reinhard seine Bedenken. Die FDP enthielt sich der Abstimmung. Die Mehrheit des Gemeinderats stimmte allerdings für den Standortvorschlag.

Auch, weil man hier „zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann“, sagte Bernhard Willwert von der CDU. Man könne die Schule halten und die Dossenheimer Sportstätten von Süden her erschließen. Ein Argument, dass Unterstützung fand. Auch die SPD fand das Thema „sensibel“. Carlo Bonifer sagte, man müsse eben abwägen.

Diese besondere Schule ist wichtig, sie braucht unsere Unterstützung.

Dr. Matthias Dellbrück (Grün-Kommunal) stimmte dieser Ansicht zu. Die Schule wäre eine „Erweiterung und Ergänzung unseres Bildungsangebots“.

Die Gemeinde strebt allerdings nach wie vor kein Umlageverfahren im Gewann „Schwertäcker“ an. Lediglich für dieses eine Objekt wäre ein Bauvorhaben genehmigt. Die Grundstücksverhandlungen lägen allein im Auftrag des Schulträgers und würden von der Gemeinde lediglich unterstützt.