Mittwoch, 28. Oktober 2020

Die Zusammenarbeit mit der KliBA wird weiter ausgebaut

Der Klimaschutz macht weiter Schule

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Dossenheim, 16. Mai 2013. (red/zef) Der Klimschutz und die Zusammenarbeit mit der¬†Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur¬†Heidelberg-Rhein-Neckar-Kreis g GmbH (KliBa) wird ausgebaut. Unter anderem werden die Kinderg√§rten Schwabenheimer Weg und Lessingstra√üe k√ľnftig dem Energiecontrolling unterzogen. Damit soll auch ermittelt werden, welches Vertragsmodell mit √∂rtlichen Energieversorgern das wirschaftlichste ist. Da die Gemeinde voraussichtlich keine Mittel vom Bund erhalten wird, nahm der Gemeinderat auch ihre Wohnheinheiten in die energetische Priorit√§tenliste auf.

Von Ziad-Emanuel Farag

In der Sitzung des Gemeinderates erläuterte Romuald Ruf, in welche Teile sich der Klimaschutz in Dossenheim unterteilt:

Ich sehe zum einen den operativen Teil, das hei√üt: Wie k√∂nnen wir durch einen klugen Umgang mit der aktuellen Technik Einsparungen vornehmen? Daf√ľr finden bei unseren √∂ffentlichen Liegenschaften Schulungen statt und ihre Nutzer werden entsprechend sensibiliert. So k√∂nnen wir ohne eine Investition heute schon zehn bis f√ľnfzehn Prozent Energie und Kosten sparen.

Zu den Energiesparma√ünahmen f√§llt, dass Gemeinde und KliBA das Energiecontrolling auf die Kinderg√§rten „Schwabenheimer Weg“ und „Lessingstra√üe“ ausweiten.

Das Controlling umfasst die Gebrauchserfassung, Schwankungen und zeigt offensichtliche Mehrverbräuche. Ich rufe dann immer gleich die Hausmeister und die Gemeinde an und erkläre, was auffällig war. Dann gehen wir gemeinsam der Sache nach.

Die Gemeinde kann so au√üerdem pr√ľfen, welches Vertragsmodell der √∂rtlichen Energierversorger f√ľr die Kinderg√§rten das lohnendste ist.

„Alles beginnt bei den Hausmeistern“

Romuald Ruf hat bereits zahlreiche Liegenschaften besucht und einer Schwachstellenanalyse unterzogen: Den ¬†Bauhof, die Feuerwehr, den Friedhof, das Heimatmuseum, das Hallenbad, die Jahnhalle, die Kurpfalzschule, die Schauenburghalle, die M√ľhlbachhalle, das Rathaus, die Neubergschule und den Kindergarten ‚ÄěSchwabenheimer Hof‚Äú. Als letztes ist nun der Kindergarten ‚ÄěLessingstra√üe‚Äú an der Reihe. Die Anlagentechnik, mit der k√ľnftig die Energieversorgung weiter optimiert wird, wurde in Betrieb genommen.¬†Die Nutzer vor Ort wurden informiert, wie sie durch ihr Verbrauchsverhalten Kosten sparen und die Umwelt schonen sollen. Die Kontrollen sollen j√§hrlich wiederholt werden.¬†Vorrangig sollte die W√§rmeversorgung optimiert werden.

F√ľr die Anlagentechnik werden auch die Hausmeister geschult.

Das ist f√ľr mich der wichtigste Ausgangspunkt: Einen tropfenden Wasserhahn kann zum Beispiel jeder sofort erkennen. Bei der W√§rme hingegen sieht man auf den ersten Blick gar nicht, wenn Energie verschwendet wird. Zun√§chst m√ľssen sie sensibilisiert werden, indem man ihnen die Folgen eines erh√∂hten Verbrauchs zeigt. Dann geht es in die Technik: Was bedeutet beispielsweise eine Nachtabsenkung, wie kann man diese einstellen? Sie erhalten im Anschluss eine kleine To-Do-Liste und k√∂nnen sich dann selbstst√§ndig darum k√ľmmern.

sagte Ruf √ľber die Notwendigkeit der Schulungen. ¬†Doch auch beim Wasser gibt es noch Potentiale, wie B√ľrgermeister Hans Lorenz betonte:

Wasser tropft oft auch, ohne dass man es wie bei einem Wasserhahn direkt erkennen kann. Wir möchten eben jetzt auch bei diesem schleichenden Wasserverbrauch sofort eingreifen können.

Im Schul- und Sportzentrum findet bald Echtzeiterfassung statt

Die Jahres- und Monatsberichte w√§ren dann die Ausgangspunkte f√ľr weitere Ma√ünahmen:

An sie schließt sich die zweite Facette, die strategische Seite unseres Konzeptes. Wo habe ich offensichtliche Potentiale, indem ich investiere?

sagte Romuald Ruf weiter.¬†Im Schul- und Sportzentrum werde beispielsweise gerade ein intelligentes Z√§hlersystem f√ľr den Wasser-, Strom- und Energieverbrauch installiert. Die KliBA, die Stadtwerke Heidelberg, die Fachbetriebe und die Hausmeister arbeiten hier Hand in Hand. Die Stadt erhofft sich dadurch, enttarnen zu k√∂nnen, wann im Schul- und Sportzentrum zu viel Strom und Wasser verbraucht wird. So k√∂nne auch erfasst werden, welche Sanierungen f√ľr einen geringeren Verbrauch rentabel sind. Die Leser seien √ľber Satellitentechnik von Weitem auslesbar. Eine Echtzeiterfassung soll bei unerwartet hohen Verbr√§uchen Alarm schlagen.

Der Kessel in der Neubergschule wird getauscht

In der Neubergschule muss zudem der Kessel aufgrund eines defekten Kessels ausgetauscht werden. Dadurch konnte das Heizungssystem nicht mehr auf Biomasse als Brennstoff umgestellt werden. Nichtsdestotrotz nutzte die Stadt dies, um jetzt schon ein neues W√§rmeversorgunsgkonzept f√ľr die Schule zu erarbeiten. Daf√ľr hat die KliBA bereits eine W√§rmeversorgungsanalyse f√ľr das Hauptgeb√§ude sowie die Turnhalle und das Schwimmbad durchgef√ľhrt. Die KliBA hat ermittelt, dass sich beim Ist-Zustand zum Beispiel durch den Einsatz einer Kraft-W√§rme-Kopplung Einsparpotentiale ergeben.

Der Bund wird die Gemeinde wahrscheinlich nicht fördern

F√ľr das Dossenheimer Klimaschutzkonzept hat der Gemeinderat bereits 40.000 Euro im Haushalt des laufenden Jahres bewilligt. Die Gemeinde wollte urspr√ľnglich vom Projekttr√§ger J√ľlich F√∂rdermittel des Bundes f√ľr die energetische Sanierung erhalten. Daher erstellte sie eine Priorit√§tenliste der √∂ffentlichen Geb√§ude, wie es die Ausschreibung des Bundes erfordert. Auf dieser Prirorit√§tenliste fehlen jedoch die Wohneinheiten sowie die Kinderg√§rten „Schwabenheimer Weg“ und „Lessingstra√üe“.

Wir möchten aber eine komplette Liste, inklusive der Wohngebäude,

so die Fraktionssprecherin der Freien Wähler, Cornelia Wesch.

Die kirchlichen Kindgerg√§rten „Lessingstra√üe“ und „Schwabenheimer Weg“ sind noch nicht drin, weil sie nicht der Gemeinde geh√∂ren. Aber es ist sinnvoll und w√§re anzustreben, sie aufzunehmen. Die Wohngeb√§ude fehlen, weil sie vom Bund nicht gef√∂rdert werden k√∂nnen.

so B√ľrgermeister Hans Lorenz. Die Aussichten Dossenheims auf F√∂rderung sind jedoch gering:

Weil wir nicht gen√ľgend Liegenschaften haben, werden wir nicht gef√∂rdert. Wir m√ľssten selber 20.000 Euro ausgeben, um die Bagatellgrenze von 10.000 Euro Mindestf√∂rderung zu erreichen. Das ist bei uns nicht der Fall. Das Ganze hat aber auch den Vorteil, dass wir nun nicht mehr auf eine F√∂rderzusage warten m√ľssen, sondern sofort damit beginnen k√∂nnen.

sagte Herr Ruf dazu. Auf erneute Nachfrage von Cornelia Wesch hob er hervor, dass die Mieter in der Uhlandstraße 40 Prozent ihrer Energiekosten durch die Sanierkungskosten sparen.

„Die Mieter in der Uhlandstra√üe sparen 40 Prozent Energiekosten!“

Daher beantragte B√ľrgermeister Hans Lorenz, die Wohnh√§user k√ľnftig in die Priorit√§tenliste aufzunehmen. Der Beschluss fiel einstimmig. Der Gemeinderat sprach sich auch daf√ľr aus, die Kinderg√§rten „Schwabenheimer Weg“ und „Lessingstra√üe“ aufzunehmen und daf√ľr Gespr√§che mit den Kirchen zu f√ľhren.