Freitag, 16. April 2021

Umbau des Kindergartens kostet 191.000 mehr als geplant

„Wir sind alle erschrocken“

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Dossenheim, 01. Juli 2013. (red/zef) Die Umbaukosten f├╝r den Kindergarten sind in der Kurpfalzschule 191.000 Euro h├Âher aus als gedacht: Das mit der Planung beauftragte Architekturb├╝ro Hartmann und Hauss hat die Umbaukosten im November 2012 zu niedrig angesetzt, da kein Elektroplaner und Haustechniker an den Planungen beteiligt war. Aus dem Gemeinderat kam daher am Dienstag heftige Kritik am Vorgehen: Die Mitglieder erfuhren erst eine Woche, bevor sie die Ausschreibung beschlie├čen sollten, von diesen hohen Mehrkosten. Der Beschluss fiel dennoch einstimmig. Ohne gro├če Debatten wurden hingegen die Reinigungsleistungen f├╝r die gemeindlichen Liegenschaften vergeben.

 Von Ziad-Emanuel Farag

Wir dachten in der ersten Phase, wir k├Ânnten den Kindergarten ohne einen Haustechniker und Elektroplaner umbauen, das hat aber nicht geklappt,

sagte Christina Hauss vom Architekturb├╝ro. Allein f├╝r die Erneuerung von Elektrokabeln fallen jetzt netto mehr als 40.000 Euro zus├Ątzliche Kosten an, f├╝r die Sanit├Ąranlagen gibt die Gemeinde 30.000 Euro und f├╝r die Heizk├Ârper auch 20.000 Euro mehr aus als im November geplant. Damit steigen die Gesamtkosten von 890.262 Euro auf 1.081.392, 70 Euro.

F├╝r uns als Architekten ist es heute schwierig, die Kosten f├╝r dem Umbau von Sanit├Ąr- und Elektroanlagen zu ├╝berblicken und mit den sich schnell ├Ąndernden Verordnungen stand zu halten,

begr├╝ndte Christina Hauss die h├Âheren Kosten. Darunter fielen selbst elementare Dinge wie Kindersicherungen von Steckdosen.

Ich habe damals gefragt, ob dieses B├╝ro das gut macht und f├╝hle mich darin nun best├Ątigt: Dass bei der Strom- und Wasserversorgung beim Umbau immer hohe Kosten entstehen, wei├č man. Und nachschauen, ob Steckdosen eine Kindersicherung haben oder nicht, kann ich in der Zeit von November bis jetzt auch selber machen.

wie Dr. Thomas Katlun (B├╝ndnis90/Die G├╝ne) sehr harsch formulierte. Seine Fraktionskollegin Ute Zedler h├Ątte sich mehr Zeit zur Beratung gew├╝nscht, genauso wie Carlo Bonifer (SPD):

Der Gutachter war jetzt da und dann ist es ├╝blich, dass er uns im Vorfeld Bericht erstattet. Jetzt machen wir das alles an einem Abend, das f├Ârdert nicht das Vertrauen, dass jetzt Schluss ist.

Dem entgegnete B├╝rgermeister Hans Lorenz:

Erst am 17. Juni haben wir in der Verwaltung eine neue Kostenzusammenstellung erhalten und haben sie in den Unterlagen eine Woche sp├Ąter vorgelegt. Wenn sich die Kosten erh├Âhen, wollen wir das sofort in den Gemeinderat geben.

Die 191.000 Euro Mehrkosten stie├čen ebenfalls auf Missbilligung:

Wir stimmen zu, es bleibt uns keine andere Wahl. Schon die 890.000 Euro Kosten haben mich erschrocken, jetzt sind es sogar noch fast 200.000 mehr. Man stelle sich vor, das macht ein Privatmann. Gott sei Dank macht es die Gemeinde,

sagte Eugen Reinhard (FDP). ├ähnlich ├Ąu├čerte sich zuvor Cornelia Wesch, die Fraktionssprecherin der Freien W├Ąhler. B├╝rgermeister Hans Lorenz pflichtete dem bei:

 Wir sind alle erschrocken.

Die Mehrkosten wurden dennoch einstimmig bewilligt und die Auftr├Ąge werden nun ausgeschrieben.

Vier Firmen sorgen k├╝nftig f├╝r Sauberkeit

Nicht kontrovers war hingegen die Vergabe der Reinigungsleistungen von gemeindlichen Liegenschaften. K├╝nftig wird die Firma Allekotte-GmbH aus Heidelberg das Rathaus, das Feuerwehrger├Ątehaus und den Friedhof reinigen. Die Maseg-GmbhH aus Mannheim wird daf├╝r sorgen, dass die Kurpfalzschule und die Neubergschule weiterhin sauber bleiben. Um die Hygiene der Jahnhalle, der Schauenberghalle, der M├╝hlbachhalle und des Hallenbads k├╝mmert sich von nun an die Richard Wirth e.K. aus Heidelberg. Einmal im Jahr wird die abr-GmbH die Fenster aller genannten Objekte reinigen. Wie viel die Auftr├Ąge im einzelnen kosten, darf die Verwaltung laut eigener Aussage nicht mitteilen.