Montag, 25. September 2017

Brunnen als zentraler Bestandteil - "Luxushotel für Fahrräder"

2,1 Millionen Euro für den Bahnhofsplatz

Print Friendly, PDF & Email

So soll künftig der Bahnhofsplatz aussehen. / Bild: Gemeinde Dossenheim

 

Dossenheim, (red/zef) Der Bahnhofsplatz wird bald stark aufgewertet: Der Gemeinderat beschloss hierfür am Dienstag bei zwei Enthaltungen der Grünen 2,1 Millionen Euro auszugeben. Das Land Baden-Württemberg fördert das Ganze mit voraussichtlich 245.000 Euro.

Von Ziad-Emanuel Farag

Im Zentrum des Bahnhofsplatzes wird ein neuer Brunnen stehen. Er wird eine achtzehn Meter mal sechs Meter groß sein. Zehn Fontänen werden sprudeln, zudem wird er beleuchtet sein. Im Brunnen wird es einen Weg aus Findlingen, einzelnen, glatten Gesteinsstücke, im Stile von Eisschollen geben, damit Kinder darüber hüpfen und gehen können. Wenn im Winter das Wasser nicht mehr fließt, kann man den Brunnen als Teil des Bahnhofsplatzes begehen.

Wie hoch sind denn bei so einem großen Brunnen die laufenden Kosten,

fragte Eugen Reinhard (FDP). Laut Sonja Blaser von Architekturbüro Faktorgrün verursache das Wasser zum Beispiel keine Kosten, da es einfach durchfließt. Ein Gesamtschätzung konnte sie jedoch nicht abgeben.

Zudem soll es für die Fahrgäste künftig zwei Wartehäuschen geben.Der Knotenpunkt zwischen der B3 und Bahnhofstraße solle für Fußgänger komfortabler werden, wie Sonja Blaser von Faktorgrün erklärte. Weil auf den Gleisen elektrische Weichen liegen, können diese von den Fußgängern nicht überquert werden.

Die RNV wird zum Beispiel besonders bei den Bordsteinkanten auf Barrierefreiheit achten und sie entsprechend anheben. Aktuell laufen mit der RNV die Abstimmungen. Zudem muss die RNV noch klären, wie sie mit der Beleuchtung umgeht: Bei einem Umbau muss die Beleuchtung nur eine Stärke von drei Lux haben, gelten die Maßnahmen als Neubau sind acht Lux notwendig. Nach dem Beschluss des Gemeinderates wird die RNV bis Ende Oktober beschließen, wie sie die Maßnahmen die, sie betreffen umsetzen. Im Januar 2014 wird dann die Vergabe beschlossen. Ab dem 01. März 2014 werden die Umbaumaßnahmen beginnen und am 30. Oktober 2014 sollen sie abgeschlossen sein. Dies beschloss der Gemeinderat bei zwei Enthaltungen von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Über die Fahrradstation und Treillage wird gesondert beschlossen

Separat dazu ausgeschrieben und beschlossen wird der Bau Treillage und die Fahrradstation, da es sich bei ihnen um Hochbauten handelt, da zum Beispiel die Fahrradstation eine Mindesthöhe von 4,75 Metern haben wird. Kontrovers diskutiert wurde, wie in der Fahrradstation die geplanten 88 Fahrräder untergebracht werden sollen. Im Gespräch waren komplexe Doppelparker.

 Man muss die Fahrräder auf 45 Centimeter leicht anheben und dann gehen sie mit einer Gasluftfeder wunderbar nach oben,

wie das Architekturbüro K9 erklärte.

Am Ende haben wir nichts davon, wenn auf dem ganzen Bahnhofsplatz noch Fahrräder herumstehen, weil die Menschen in der Eile die Doppelparker nicht benutzen,

sagte Dr. Thomas Katlun (Bündnis 90/Die Grünen). Carlo Bonifer SPD) plädierte daher dafür, Fahrräder, die nicht am vorgesehen Platz stehen, abzuschleppen.

Zudem sprach der Gemeinderat darüber, ob es eine Elektromobiltätsstation für E-Bikes und Elektroautos geben soll. Eine Idee sind Schränke, in denen die Fahrerinnen und Fahrer Akkus der E-Bikes einschließen und tagsüber aufladen können. Den Strom dafür könnte eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Fahrradstation liefern, der für 25.000 Akkuaufladungen ausreichen würde. Daher bliebe hier noch ein großer Stromüberschuss übrig.

Bei der Höhe der Fahrradstation konnte im Gemeinderat noch keine Einigkeit erzielt werden. Bei einer der Mindesthöhe von 4,75 Metern könnte die Fahrradstation als neues Element aus Sicht des Architekturbüros zu klein sein, um als neues Element entsprechend prominent aufzufallen. Daher kommen auch noch Höhen von 5,50 Metern und sechs Metern in Betracht. Bei einer Länge von 12,50 ist dies aber einigen Mitgliedern des Gemeinderates wiederum zu dominant. Dr. Thomas Katlun sprach in diesem Zusammenhang von einem „Luxushotel für Fahrräder“. Die Fahrradstation soll zudem als eigenständiges Gebäude leicht an den Seitenwänden geneigt sein:

Ich hätte es lieber, wenn die Würfelform als solche er erhalten bleibt,

sagte Christiane Schreck-Gärtner (CDU). Bis in der zweiten Jahreshälfte eine Entscheidung gefällt wird, sollen nun über die strittigen Punkte mehrere Konzepte vorgelegt werden. Der Bau des Laubengangs und der Fahrradstation sind in den bewilligten 2,1 Millionen Euro enthalten. Die Anlagen zum Parken der Fahrräder, die Aufladestation für E-Bikes und die Fotovoltaikanlage hingegen nicht.