Donnerstag, 21. Juni 2018

Polizei und DRK weisen Kritik am Einsatz Doppelmord Dossenheim zur├╝ck

„Das war ein fast perfekter Einsatz“

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ambiente-130820- 10_7533Rhein-Neckar/Dossenheim, 23. August 2013. (red) ├ťber den Einsatz von Polizei und Rettungskr├Ąften in Dossenheim, bei dem am Dienstag drei Menschen gestorben und f├╝nf weitere schwer verletzt worden sind, gibt es Ger├╝chte: Angeblich habe die Polizei die Rettungskr├Ąfte erst nach fast einer halben Stunde zu den Verletzten gelassen. Das Leben eines der verstorbenen Opfer h├Ątte vielleicht gerettet werden k├Ânnen. Polizei und Rettungsdienst weisen den Vorwurf strikt zur├╝ck.

Von Hardy Prothmann

Der Vorwurf wiegt schwer: Hat die Polizei Rettungskr├Ąfte zu sp├Ąt zu den verletzten Personen gelassen und dadurch ein Leben nicht gerettet?

Entsprechend gro├č ist die Emp├Ârung beim Polizeisprecher Dieter Klumpp – der sich zur├╝ckhalten muss und unsere Anfrage von Mittwoch heute beantworten konnte. Demnach waren die ersten Beamten nicht erst um 18:57, sondern schon um 18:55 Uhr vor Ort. Die Notrufe gingen ab 18:51 Uhr ein.

Die Rettungsleitstelle legte mit den Rettungskr├Ąften vor Ort den Edeka-Parkplatz als Sammelpunkt fest. Ein taktischer Schritt, damit die Rettungsgassen frei bleiben und sich Fahrzeuge nicht gegenseitig behindern.

Vor Ort hat der leitende Notarzt sich etappenweise vorgearbeitet: Erst an einen Punkt au├čer Schussweite, kurz darauf wurde versucht, den T├Ąter zu reanimieren. Nachdem der erste Stock gesichert war, k├╝mmerten sich die Rettungskr├Ąfte um die Verletzten:

Das war ein fast perfekter Einsatz aus unserer Sicht. Wir konnten unmittelbar nach Eintreffen unter den Sicherungsma├čnahmen der Polizei agieren. Es hat keine auff├Ąlligen Verz├Âgerungen gegeben,

sagt J├╝rgen Wiesbeck, Kreisbereitschaftsleiter des DRK-Verbands Rhein-Neckar-Heidelberg.

Anders als Polizisten sind die Rettungskr├Ąfte nicht verpflichtet, Leib und Leben zu riskieren. Selbstverst├Ąndlich haben wir erst gesichert und dann die ├ärtze und Sanit├Ąter nachr├╝cken lassen. Das lief aber z├╝gig,

sagt Dieter Klumpp. Zudem habe die Obduktion ergeben, dass beide M├Ąnner so schwer verletzt waren, dass jegliche Rettungsma├čnahme aussichtlos gewesen w├Ąre:

Dieses Ger├╝cht entbehrt jeglicher Grundlagen. Alle Beteiligten haben taktisch einwandfrei gearbeitet.

 

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.