Montag, 20. August 2018

Polizei und DRK weisen Kritik am Einsatz Doppelmord Dossenheim zurĂŒck

„Das war ein fast perfekter Einsatz“

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ambiente-130820- 10_7533Rhein-Neckar/Dossenheim, 23. August 2013. (red) Über den Einsatz von Polizei und RettungskrĂ€ften in Dossenheim, bei dem am Dienstag drei Menschen gestorben und fĂŒnf weitere schwer verletzt worden sind, gibt es GerĂŒchte: Angeblich habe die Polizei die RettungskrĂ€fte erst nach fast einer halben Stunde zu den Verletzten gelassen. Das Leben eines der verstorbenen Opfer hĂ€tte vielleicht gerettet werden können. Polizei und Rettungsdienst weisen den Vorwurf strikt zurĂŒck.

Von Hardy Prothmann

Der Vorwurf wiegt schwer: Hat die Polizei RettungskrÀfte zu spÀt zu den verletzten Personen gelassen und dadurch ein Leben nicht gerettet?

Entsprechend groß ist die Empörung beim Polizeisprecher Dieter Klumpp – der sich zurĂŒckhalten muss und unsere Anfrage von Mittwoch heute beantworten konnte. Demnach waren die ersten Beamten nicht erst um 18:57, sondern schon um 18:55 Uhr vor Ort. Die Notrufe gingen ab 18:51 Uhr ein.

Die Rettungsleitstelle legte mit den RettungskrÀften vor Ort den Edeka-Parkplatz als Sammelpunkt fest. Ein taktischer Schritt, damit die Rettungsgassen frei bleiben und sich Fahrzeuge nicht gegenseitig behindern.

Vor Ort hat der leitende Notarzt sich etappenweise vorgearbeitet: Erst an einen Punkt außer Schussweite, kurz darauf wurde versucht, den TĂ€ter zu reanimieren. Nachdem der erste Stock gesichert war, kĂŒmmerten sich die RettungskrĂ€fte um die Verletzten:

Das war ein fast perfekter Einsatz aus unserer Sicht. Wir konnten unmittelbar nach Eintreffen unter den Sicherungsmaßnahmen der Polizei agieren. Es hat keine auffĂ€lligen Verzögerungen gegeben,

sagt JĂŒrgen Wiesbeck, Kreisbereitschaftsleiter des DRK-Verbands Rhein-Neckar-Heidelberg.

Anders als Polizisten sind die RettungskrĂ€fte nicht verpflichtet, Leib und Leben zu riskieren. SelbstverstĂ€ndlich haben wir erst gesichert und dann die Ärtze und SanitĂ€ter nachrĂŒcken lassen. Das lief aber zĂŒgig,

sagt Dieter Klumpp. Zudem habe die Obduktion ergeben, dass beide MĂ€nner so schwer verletzt waren, dass jegliche Rettungsmaßnahme aussichtlos gewesen wĂ€re:

Dieses GerĂŒcht entbehrt jeglicher Grundlagen. Alle Beteiligten haben taktisch einwandfrei gearbeitet.

 

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.