Mittwoch, 05. Dezember 2018

Doppelmord von Dossenheim: Grüne fordern Konsequenzen

Dr. Franziska Brantner und Uli Sckerl: „Großkalibrige Waffen jetzt endlich verbieten!“

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Dossenheim, 23. August 2013. (red/pm) Die beiden Abgeordneten der Grünen Dr. Franziska Brantner und Uli Sckerl fordern Konsequenzen nach der Dossenheimer Amoktat: Großkalibrige Waffen sollen verboten werden.

Information des MdL Uli Sckerl:

„Die beiden Abgeordneten der Grünen, Dr. Franziska Brantner und Uli Sckerl zeigten sich von der Dossenheimer Amoktat tief erschüttert. „Es ist schrecklich, dass eine solche Tat in Dossenheim mitten im Alltag geschehen kann. Unsere Gedanken sind bei den Verletzten und den Hinterbliebenen der Opfer. Wir sprechen der Bürgerschaft unser tief empfundenes Mitgefühl aus“, erklärten die beiden Parlamentarier.

Und sie stellen sich der Diskussion, die begonnen hat, seit bekannt wurde, dass es sich bei dem Täter um einen Sportschützen handelte. „Wir halten schon lange ein schärferes Waffenrecht für unerlässlich. Inzwischen zieht sich eine lange Blutspur von mit Sportwaffen getöteten Menschen durch das Land. Jetzt muss die Politik darauf reagieren“, sagte Franziska Brantner.

„Ich bin jetzt auch sehr wütend. Seit vielen Jahren fordere ich in unzähligen Initiativen insbesondere das Verbot großkalibriger Waffen. Immer wieder werden Menschen getötet und anschließend passiert nichts, das darf einfach nicht wahr sein“, sagte Uli Sckerl. Seit dem Amoklauf an der Albertville-Realschule in Winnenden forderten Die Grünen im Land zusammen mit Bürgerinitiativen und Eltern gesetzliche Beschränkungen bei Waffen und Munitionsstückzahlen in Privatbesitz.

„Der Besitz von Großkaliberwaffen muss untersagt werden.“

„Es ist eigentlich ganz einfach: Der Besitz von Großkaliberwaffen muss untersagt werden“, betonte Franziska Brantner. Sportschützen bräuchten diese Waffen nicht. Das Waffenrecht müsse erneut auf den Prüfstand. Die Grünen-Europaabgeordnete betonte, dass Sportschützen auch jetzt nicht unter Generalverdacht gestellt werden. „Dennoch muss klar sein, dass bereits ein mit einer Großkaliber- oder Sportwaffe getöteter Mensch ein Toter zu viel ist. Es ist unbestritten , dass solche Taten ohne den bisher ungehinderten Zugang zu Mordwaffen deutlich unwahrscheinlicher werden können“.

Für den Landtagsabgeordneten Uli Sckerl gibt es nach der Amoktat viele offene Fragen zum Todesschützen und an die Behörden, die beantwortet werden müssen: „Wann wurde der Täter zuletzt von der zuständigen Waffenbehörde des Rhein-Neckar-Kreises kontrolliert? Gab es dabei Auffälligkeiten? War er für den legalen Besitz von sieben Waffen überhaupt geeignet? Die regelmäßige Überprüfung der persönlichen Zuverlässigkeit eines Waffenbesitzers ist das A und O“, erklärte er weiter. Das sei die wichtigste Aufgabe der Waffenbehörden. Es gebe eigentlich strenge waffenrechtliche Anforderungen für den Umgang mit Waffen und Munition. Das Problem sei aber die mangelnde Kontrolldichte.

„Warum Waffen unbedingt zuhause gelagert werden müssen, konnte mir noch niemand erklären“, unterstrich Frau Brantner. Es gäbe mit Ausnahme der Jäger keine stichhaltigen Argumente für das Aufbewahren gefährlicher Waffen in Privatwohnungen. Der schreckliche Vorfall in Dossenheim sei für sie dringende Mahnung an die Politik, die Waffengesetze zu ändern.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist für "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.