Donnerstag, 21. September 2017

Die Kurpfalzschule wird zur offenen Ganztagesschule

„Das ist für uns alle Neuland“

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Die Kurpfalzschule wird jetzt zur offenen Ganztagesschule / Foto: Wikimedia Commons. Von: Immanuel Giel. Lizenz: gemeinfrei

 

Dossenheim, 22. Oktober 2013. (red/zef) Dossenheim ist ein Magnet für junge Familien, in der beide Eltern berufstätig sind. In Dossenheim wohnen aktuell schon 430 Kinder im Grundschulalter. Durch die gute Verkehrslage in Dossenheim und attraktive Neubaugebiete, könnte es künftig sogar noch mehr Kinder geben. Um dieser Situation gerecht zu werden, beschloss der Gemeinderat in der vergangenen Sitzung, dass die Kurpfalzschule künftig eine offene Ganztagesschule werden soll. Die Verwaltung wird einen entsprechenden Antrag beim Regierungspräsidium Karlsruhe einreichen.

Von Ziad-Emanuel Farag

Eine offene Ganztagesschule zeichnet aus, dass die Eltern hier selbst wählen können: Bleibt das Kind den ganzen Tag in der Schule oder verlässt es die Schule am Nachmittag? Damit wird gerade die offene Form den Wünschen von besonders vielen Eltern gerecht, sodass sich die Eltern Dossenheims auch für diese Form ausgesprochen haben. Angedacht sind hier Angebote von Vereinen zum Beispiel für ein Kunst-, Kultur- und Sportangebot geben, zudem ist eine Hausaufgabenbetreuung geplant und eine Sprach- und Leseförderung. Hierfür hat die Gemeinde auch sechs Jugendbegleiter beantragt.

Das ist für uns alle Neuland, wir wissen nicht, wie die Schüler und Vereine das nutzen werden. Die Schule ist zudem auf Angebote aus den Vereinen angewiesen,

sagte Bürgermeister Hans Lorenz.

Vorerst nur eine Ganztagesschule für Dossenheim

Ursprünglich sprach sich die seit Sommer 2011 bestehende Elterninitiative für zwei Ganztagesschulen in Dossenheim aus. Die Verwaltung hatte hier jedoch Bedenken. Ihrer Ansicht könne zunächst nur eine Ganztagesschule für Dossenheim bewilligt werden, wie auch das Schulamt bestätigte. Die Wahl der Eltern und des Gemeinderates fiel hier auf die Kurfpalzschule. Auch Cornelia Wesch, die Fraktionssprecherin der Freien Wähler, begrüßte das Vorhaben. Die offene Ganztagesschule sei  für die Gemeinde ein ganz wichtiger Schritt. Dort habe die besten räumlichen Voraussetzungen und eine hervorragende Infrastruktur um die Schule herum: Es gebe dort das Schwimmbad, die Sporthallen, Fußballplätze und sehr viele Vereine, die auch bereit seien, mitzumachen. Die Freien Wähler täten sich bei den Kosten allerdings schwer und  möchten wissen, was auf die Gemeinde zukomme. Allerdings würden sie die Weiterentwicklung nicht blockieren wollen.

Die umliegenden Gemeinden können zu den Kosten nichts sagen

Die umliegenden Gemeinden Hirschberg und Oftersheim, die bereits Ganztagesschulen betreiben, konnte keine Auskunft erteilen, wie groß die Kosten für den Ganztagesbetrieb sind. Sie weisen diesen nicht gesondert aus. Martin Niederhöfer, der Kämmerer Dossenheim, versprach jedoch, dass man eine Kostenstelle im Haushalt einrichtet, in der genau dies erfasst wird.

Was passiert, wenn in Dossenheim die Ganztagesschule der Renner wird und alle Kinder diese besuchen wollen?,

fragte Hans-Peter Stöhr, der Fraktionssprecher der CDU. Für Bürgermeister Hans Lorenz stellt dies kein Problem dar: Dann werde auch die Neubergschule, die momentan ihren Halbtagesbetrieb mit anschließendem Betreuungsangebot weiter betreiben wird, zu einer Ganztagesschule.

Ute Zedler kritisiert das Verfahren

Zudem plädierte Hans-Peter Stöhr dafür angesichts unklarer Kosten sich die Option offenzuhalten für besondere Angebote auch eine finanzielle Beteiligung der Eltern zu verlangen. Er bezweifelte, ob in der Neubergschule ein gleichwertiger Betrieb möglich sei. Bürgermeister  Hans Lorenz betonte, dass auch die Neubergschule über gute Voraussetzungen verfüge. Vorerst stellt sich dieses Problem nicht: Kinder, die an der Neubergschule eine Ganztagesschule besuchen wollen, können auf die Kurpfalzschule wechseln. Ute Zedler (Bündnis90/Die Grünen) kritisierte das Verfahren:

Die Eltern sollen verstärkt in das Konzept eingebunden werden und das soll auch öffentlich vorgestellt werden. Es wurde nur nicht-öffentlich im Kinder- und Jugendausschuss vorgestellt, es sollte aber ier im Gemeinderat öffentlich gemacht werden. Wir haben heute in dieser öffentlichen Sitzung 37 Minuten über die Feuerwehrkostenersatzsatzung geredet. Das Konzept der Ganztagesschule wäre aber viel interessanter. Wir bitten den Bürgermeister darum, es ins Bürgerinformationssystem zu stellen.

Bürgermeister Hans Lorenz versprach, dies nachzuholen. Er verwies zudem auf die im Publikum sitzende Schulleiterin Ingrid Heid-Boström, die die Beteiligung der Eltern gewährleiste. Carlo Bonifer (SPD) verwies darauf, dass im Antrag nicht von einer Rhythmitisierung die Rede gewesen sei. Diese gewährleistet, dass die Kinder nicht von morgens bis abends lernen müssen, sondern Unterricht und außerunterrichtliche Angebot sich für ein angenehmes Lernklima sinnvoll ergänzen. Sie nahm daraufhin Stellung zu den geplanten Entwicklungen an der Kurpfalzschule:

Der Schulbetrieb wird am Ganztagesbetrieb rhythmitisiert, sodass die Kinder nicht von morgens bis nachmittags am Stück lernen. Am Nachmittag wird es aber vorerst keinen Unterricht geben und noch eine Ausnahme machen. Wir beginnen dann in den ersten beiden Klassen damit und bauen das dann bis zur vierten auf. Es kann dann sein, dass ein- bis dreimal pro Woche Nachmittagsunterricht stattfindet.