Donnerstag, 21. September 2017

Heute w├╝rde der Kindergarten keine Betriebserlaubnis mehr erhalten

Endlich wird der Kindergarten im Schwabenheimer Hof modernisiert

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Dossenheim, 22.10.2013. (red/zef) Der Kindergarten im Schwabenheimer Hof ist bereits 40 Jahre alt. Bedingt durch die schwierige Verkehrsanbindung und die Einrichtung, die nicht mehr heutigen Standards gen├╝gt, ist der Kindergarten inzwischen nicht mehr ausgelastet. Daher sorgt der Kindergarten aktuell finanzielle Verluste. Aus Sicht der Verwaltung ist die gesamte Ausstattung so veraltet und abgenutzt, dass ihm heute keine Betriebserlaubnis mehr erteilt w├╝rde. Der Gemeinderat beschloss daher in seiner Sitzung am vergangen Dienstag einstimmig, ihn zu modernisieren.

Von Ziad-Emanuel Farag

Der Kindergarten entspricht nicht mehr den aktuellen Erfordernissen: Er verf├╝gt momentan weder ├╝ber abgetrennte Schlafr├Ąume noch einen Raum f├╝r B├╝roarbeit und das Personal. Die R├Ąumlichkeiten reichen zudem mittlerweile nicht mehr aus, um wie vorgesehen 31 Kinder in zwei Gruppen intensiv zu betreuen. Hinzu kommt, dass die Einwohner des Schwabenheims diese Kapazit├Ąten nur schwer ausreizen k├Ânnen: In diesem Ortsteil leben nur knapp 170 Einwohner. Dass bei so einer Einwohnerzahl permanent 31 Kinder im Kleinkindalter in Schwabenheim leben, die den Kindergarten besuchen k├Ânnten, ist unrealistisch. Der Kindergarten muss also umso attraktiver sein, damit auch aus dem Kerngebiet Dossenheims Eltern ihre Kinder dorthin schicken.

Durch den Umbau sollen die Vorteile zum Tragen kommen

Dass Kinder erst ab drei Jahren aufgenommen werden k├Ânnen, lockt ebenfalls keine Eltern an. Zudem m├╝ssen alle Eltern jeweils einmal im Monat f├╝r alle Kinder in der eigenen K├╝che das Mittagessen kochen. F├╝r den Kindergarten spricht, dass er die Attraktivit├Ąt des l├Ąndlichen Ortsteils Schwabenheim erh├Âht. Au├čerdem hat diese Einrichtung als einzige in Dossenheim keine Schlie├čzeiten und kann somit auch sehr flexibel genutzt werden. Die Betreuungsgruppen sind vergleichsweise klein. Hinzu kommen Waldtage im Fr├╝hjahr und im Herbst und sogar Waldwochen im Sommer sowie die N├Ąhe zum Neckar.

Damit die Vorteile des Kindergartens zum Tragen kommen, beschloss der Gemeinderat weitreichende Ver├Ąnderungen. Das Obergeschoss des Schwabenheimer Hofs wird frei und die Gemeinde wird den Kindergarten auf dieses ausdehnen. K├╝nftig sollen dort 40 Kinder ├╝ber drei Jahren einen Platz finden. Zus├Ątzlich soll ein Angebot f├╝r zehn Kinder ├╝ber zwei Jahren geschaffen werden. Hierf├╝r wird es k├╝nftig zwei altersgemischte Ganztagesgruppen geben. Die Kosten f├╝r die Gemeinde belaufen sich auf 110.500 Euro f├╝r die Baukosten und 40.000 Euro f├╝r die Ausstattung. K├╝nftig wird es im Kindergarten eine K├╝che geben, in der das Essen zubereitet wird.

Der Kindergarten ist ein wichtiger Bestandteil Schwabenheims. Sorgen bereitet mir bei dem Antrag aber die Kalkulation: Damit sich der Kindergarten tr├Ągt, braucht man k├╝nftig eine Auslastung von 93 Prozent.

sagte Cornelia Wesch (Freie W├Ąhler). Thomas Schiller aus der Verwaltung ├╝bte sich diesbez├╝glich in Optimismus:

Die Auslastung war lange nicht so optimal, teilweise gingen weniger als 20 Kinder in den Kindergarten. Aber die ist jetzt gestiegen auf deutlich ├╝ber 20 Kinder. 93 Prozent sind sehr positiv gerechnet, ja. Aber durch den Umbau gehe ich davon aus, dass die Attraktivit├Ąt weiter steigt,

sagte Thomas Schiller. Hinter dieser Argumentation steht aber doch noch ein dickes Fragezeichen: Bisher besuchen nicht einmal 30 Kinder den Kindergarten. Bei 50 Kindern bedeutet eine Auslastung von 93 Prozent, dass zwischen 46 und 47 Kinder den Kindergarten das Betreuungsangebot wahrnehmen. Es muss also trotz der abgelegenen Lage Schwabenheims viel mehr Kinder als bisher aus dem Kern Dossenheims geben, die die Einrichtung nutzen.

Carlo Bonifer (SPD) verwies in diesem Zusammenhang auf Schriesheim, das f├╝r seine l├Ąndlichen Ortsteile Altenbach und Ursenbach auch sehr viel Geld in die Hand nehme. Die St├Ąrkung des l├Ąndlichen Raums ist daher auch der Hauptgrund, weswegen der Gemeinderat einstimmig den Umbau beschloss. Thomas Schiller zeigte sich zudem ver├Ąrgert: Man habe im Sommer in einer Ausschusssitzung den Bauantrag f├╝r das Landratsamt verfasst und diesen auch verschickt. Eine Antwort stehe aber bisher aus.