Freitag, 09. November 2018

Großeinsatz fĂŒr Polizei und Feuerwehr

Dossenheimer Wald wegen Sprengstofffunds abgesperrt

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Diese „WĂŒrste“ sind hochexplosiver Sprengstoff. 250 Kilogramm muss der Kampfmittelbeseitigungsdienst aus einem Schuppen am Dossenheimer Steinbruch bergen.

 

Dossenheim/Rhein-Neckar, 01. November 2013. (red/pol) Aktualisiert. Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Landeskriminalamts Stuttgart bergen zur Zeit in einem Dossenheimer Steinbruch rund 250 Kilogramm Sprengstoff. Ein heikles Unterfangen, da aus dem Sprengstoff sogenanntes „Sprengöl“ ausgetreten ist, das selbst hochexplosiv ist. Sprengstoff und ZĂŒnder werden mittels eines ferngelenkten Roboters in den Steinbruch verbracht, wo das Material verbrannt werden soll. Eine Explosion ist nicht ausgeschlossen – eine Gefahr besteht laut Auskunft der Behörden fĂŒr die Bevölkerung nicht.Information der Polizei:

„Ca. 250 Kilogramm Sprengstoff wurden am Donnerstagnachmittag auf dem PrivatgelĂ€nde eines ehemaligen SteinbrucheigentĂŒmers aufgefunden. Mitarbeiter des Nachlassverwalters hatten das GelĂ€nde gerĂ€umt und dabei in einer GerĂ€tehĂŒtte den Sprengstoff und in einer weitere HĂŒtte die dazugehörenden SprengzĂŒnder entdeckt. Seit vor mehr als zehn Jahren die Sprengarbeiten im Dossenheimer Steinbruch eingestellt worden waren, hatte sie der EigentĂŒmer, der vor mehreren Monaten verstorben war, offenbar auf seinem GrundstĂŒck gelagert.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landeskriminalamts Stuttgart ĂŒbernahm am Freitagvormittag vor Ort die Begutachtung des explosiven Materials.

Nach den ersten Erkenntnissen der Experten handelt es sich bei dem Sprengstoff um einen sogenannten ĂŒberlagerten, mehr als zehn Jahre alten Sprengstoff, aus dem bereits hochexplosives Sprengöl ausgetreten ist. Auch die ZĂŒnder wiesen fortgeschrittene Korrosionsspuren auf und sind gerade deshalb als Ă€ußerst gefĂ€hrlich einzustufen.

Seit Freitagnachmittag werden die hoch explosiven Stoffe mit einem ferngelenkten Roboter geborgen und in das nahegelegene SteinbruchgelÀnde transportiert. Dort soll der Sprengstoff kontrolliert abgebrannt, bzw. zur Explosion gebracht werden.

Durch die Menge des Explosivstoffes sind mehrere Transporte notwendig, weshalb sich die Arbeiten bis in die Abendstunden hinziehen dĂŒrften.

Die Polizei und die Dossenheimer Feuerwehr sind mit insgesamt fĂŒnfzig Mann im Einsatz, um das großflĂ€chige Dossenheimer Waldgebiet, das gerne von SpaziergĂ€ngern und Sportlern wie Joggern oder Mountainbikern genutzt wird, abzusperren.

Eine GefĂ€hrdung der nahe am Steinbruch lebenden Bevölkerung besteht nach EinschĂ€tzung der Sprengstoffexperten nicht.“

Aktualisierung, 02. November, 12:00 Uhr:
„Ab ca. 12.00 Uhr wurde der Sprengstoff in Teilmengen ca. 500 Meter zum stillgelegten Steinbruch transportiert und dort von 15.00 Uhr bis 23.00 Uhr kontrolliert abgebrannt. Gegen 23.55 Uhr erfolgte die Sprengung der Sprengkapseln, worauf der Einsatz beendet wurde.“

 

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Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.