Montag, 16. April 2018

Gro├čeinsatz f├╝r Polizei und Feuerwehr

Dossenheimer Wald wegen Sprengstofffunds abgesperrt

Print Friendly, PDF & Email
sprengstoff dossenheim-131101- 10_8640

Diese „W├╝rste“ sind hochexplosiver Sprengstoff. 250 Kilogramm muss der Kampfmittelbeseitigungsdienst aus einem Schuppen am Dossenheimer Steinbruch bergen.

 

Dossenheim/Rhein-Neckar, 01. November 2013. (red/pol) Aktualisiert. Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Landeskriminalamts Stuttgart bergen zur Zeit in einem Dossenheimer Steinbruch rund 250 Kilogramm Sprengstoff. Ein heikles Unterfangen, da aus dem Sprengstoff sogenanntes „Spreng├Âl“ ausgetreten ist, das selbst hochexplosiv ist. Sprengstoff und Z├╝nder werden mittels eines ferngelenkten Roboters in den Steinbruch verbracht, wo das Material verbrannt werden soll. Eine Explosion ist nicht ausgeschlossen – eine Gefahr besteht laut Auskunft der Beh├Ârden f├╝r die Bev├Âlkerung nicht.Information der Polizei:

„Ca. 250 Kilogramm Sprengstoff wurden am Donnerstagnachmittag auf dem Privatgel├Ąnde eines ehemaligen Steinbrucheigent├╝mers aufgefunden. Mitarbeiter des Nachlassverwalters hatten das Gel├Ąnde ger├Ąumt und dabei in einer Ger├Ąteh├╝tte den Sprengstoff und in einer weitere H├╝tte die dazugeh├Ârenden Sprengz├╝nder entdeckt. Seit vor mehr als zehn Jahren die Sprengarbeiten im Dossenheimer Steinbruch eingestellt worden waren, hatte sie der Eigent├╝mer, der vor mehreren Monaten verstorben war, offenbar auf seinem Grundst├╝ck gelagert.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landeskriminalamts Stuttgart ├╝bernahm am Freitagvormittag vor Ort die Begutachtung des explosiven Materials.

Nach den ersten Erkenntnissen der Experten handelt es sich bei dem Sprengstoff um einen sogenannten ├╝berlagerten, mehr als zehn Jahre alten Sprengstoff, aus dem bereits hochexplosives Spreng├Âl ausgetreten ist. Auch die Z├╝nder wiesen fortgeschrittene Korrosionsspuren auf und sind gerade deshalb als ├Ąu├čerst gef├Ąhrlich einzustufen.

Seit Freitagnachmittag werden die hoch explosiven Stoffe mit einem ferngelenkten Roboter geborgen und in das nahegelegene Steinbruchgel├Ąnde transportiert. Dort soll der Sprengstoff kontrolliert abgebrannt, bzw. zur Explosion gebracht werden.

Durch die Menge des Explosivstoffes sind mehrere Transporte notwendig, weshalb sich die Arbeiten bis in die Abendstunden hinziehen d├╝rften.

Die Polizei und die Dossenheimer Feuerwehr sind mit insgesamt f├╝nfzig Mann im Einsatz, um das gro├čfl├Ąchige Dossenheimer Waldgebiet, das gerne von Spazierg├Ąngern und Sportlern wie Joggern oder Mountainbikern genutzt wird, abzusperren.

Eine Gef├Ąhrdung der nahe am Steinbruch lebenden Bev├Âlkerung besteht nach Einsch├Ątzung der Sprengstoffexperten nicht.“

Aktualisierung, 02. November, 12:00 Uhr:
„Ab ca. 12.00 Uhr wurde der Sprengstoff in Teilmengen ca. 500 Meter zum stillgelegten Steinbruch transportiert und dort von 15.00 Uhr bis 23.00 Uhr kontrolliert abgebrannt. Gegen 23.55 Uhr erfolgte die Sprengung der Sprengkapseln, worauf der Einsatz beendet wurde.“

 

sprengstoff dossenheim-131101- 10_8638

sprengstoff dossenheim-131101- 10_8639

sprengstoff dossenheim-131101- 10_8644

sprengstoff dossenheim-131101- 10_8645

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.