Mittwoch, 17. Januar 2018

Portionspreise zwischen 4,53 Euro und 6,28 Euro

Teures Essen an der Kurpfalzschule

Print Friendly, PDF & Email

Dossenheim, 02. August 2014. (red/ms) Ab dem kommenden Schuljahr wird die Kurpfalz-Schule zur Ganztagesschule. Ein Mittagessen anzubieten, ist dann Pflicht. Die Schule wird durch einen Catering-Service beliefert. FĂŒr die Reinigung des Geschirrs wird zusĂ€tzliches Personal angestellt, dessen Gehalt zu hundert Prozent von Eltern finanziert werden muss. Damit kann eine Mahlzeit inklusive Dessert bis zu 6,28 Euro kosten.

Von Minh Schredle

Ein Mittagessen anzubieten ist eine notwendige Voraussetzung fĂŒr den Betrieb einer Ganztagsschule. Ab dem kommenden Schuljahr wird die Kurpfalz-Grundschule durch die Catering-Firma Ehrenfried beliefert.

Wie viel eine Portion genau kosten wird, ist von der Anzahl der am Essen teilnehmenden SchĂŒler abhĂ€ngig: FĂŒr die Reinigung des Geschirrs wird eine zusĂ€tzliche Arbeitskraft eingestellt. Die Verwaltung geht von drei Arbeitsstunden pro Tag aus. Bei einem Brutto-Verdienst von 17,73 Euro pro Stunde ergeben sich somit tĂ€gliche Kosten in Höhe von 53,19 Euro.

Dieser Betrag wird komplett auf die Eltern umgeleitet. Die Gemeinde bezuschusst nichts. Dadurch steigert sich der Grundpreis pro Mahlzeit erheblich, den die Firma Ehrenfried mit 3,21 Euro kalkuliert. Je mehr Kinder am Mittagessen teilnehmen, desto gĂŒnstiger wird es: Bei 20 Kindern mĂŒssen 2,65 Euro auf den Grundpreis addiert werden, bei 40 Kindern „nur“ 1,65 Euro.

Monatliche Kosten ĂŒber 100 Euro pro Kind möglich

Es ist also mit Portionspreisen zwischen 4,53 Euro und 5,86 Euro zu rechnen. Ein Dessert kostet zusĂ€tzliche 42 Cent. Diese Preise sind außergewöhnlich hoch und bestimmt wird sich das nicht jede Familie leisten können. Bei 20 Tagen im Monat ergĂ€ben sich inklusive Dessert Kosten in Höhe von bis zu 125,60 Euro pro Kind. In anderen Gemeinden kommen Eltern deutlich gĂŒnstiger weg – dort wird das Personal beispielsweise auch aus der Gemeindekasse finanziert oder zumindest bezuschusst.

Eine Alternative wÀre es laut Verwaltung gewesen, die Kinder nicht von Tellern, sondern aus Aluminiumschalen essen zu lassen. Dann hÀtte man sich das Reinigungspersonal sparen können. Der Gemeinderat sprach sich allerdings gegen diesen Vorschlag aus. Ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung wurde die Variante beschlossen, die eine zusÀtzliche Arbeitskraft erfordert.

 

 

 

 

Über Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.