Montag, 25. September 2017

Immer mehr Menschen nutzen die klassischen Medien online

79 Prozent der Deutschen ├╝ber 14 Jahre online

Frankfurt am Main/Rhein-Neckar, 10. September 2014. (red/ld) Je mobiler internetf├Ąhige Ger├Ąte werden, desto h├Ąufiger sind die Menschen online. Rund 79 Prozent der B├╝rger/innen ├╝ber 14 Jahre in Deutschland greifen mittlerweile im Internet auf Daten zu oder kommunizieren dar├╝ber miteinander – sei es mit dem fest installierten PCs zuhause oder handlichen Smartphones unterwegs. Dabei wird das Internet vor allem f├╝r Dinge genutzt, die man fr├╝her offline erledigt hat. [Weiterlesen…]

Mediennutzung und Medienkompetenz bei Jugendlichen

Internet ist Leitmedium bei Jugendlichen

Stuttgart/Rhein-Neckar, 20. Juni 2014. (red/ld) Kommunikations- und Unterhaltungsmedium, Informationsquelle oder Statussymbol: Das Internet ist f├╝r Jugendliche das Medium Nummer eins und liegt damit noch vor dem Fernsehen und dem Radio. Weniger nutzen dagegen Printmedien wie Zeitung oder B├╝cher. Das ist das Ergebnis einer Studie des medienp├Ądagogischen Forschungsverbunds S├╝dwest. [Weiterlesen…]

Die Medien, die Macht und die Moral

Joachim Gauck soll der 11. Bundespr├Ąsident werden. Es gibt Kritik an ihm, aber auch Hoffnung. Jeder entscheidet sich selbst ├╝ber seine Meinung aufgrund von Informationen. Bild: J. Patrick Fischer. BY-SA CC 3.0 Wikipedia

 

Rhein-Neckar, 23. Februar 2012. (red) Neben der Debatte um Wulff und Gauck wird auch eine ├╝ber die Rolle der Medien gef├╝hrt. Wie viel Macht haben sie? Wie viel Moral? Was d├╝rfen Medien, was nicht? Diese Fragen und das Suchen von Antworten begleiten die Debatte um „den“ Bundespr├Ąsidenten und das ist gut so. Medien sollen kontrollieren und meinungsf├Ârdernd sein – aber sie m├╝ssen auch kontrolliert werden: Man darf sich durch sie eine Meinung bilden und eine Meinung zu ihnen haben.

Von Hardy Prothmann

Was rauschte der Bl├Ątterwalt, was wurde nicht alles gepostet – zu Wulff und Gauck? Zum zur├╝ckgetretenen 10. und zum designierten 11. Bundespr├Ąsidenten.

Und parallel zum unw├╝rdigen Verhalten des Vorteilspr├Ąsidenten Wulff wurde das Verhalten der Medien diskutiert. Gut oder schlecht? M├Ąchtig oder ├╝bersch├Ątzt?

Und mit der Entscheidung f├╝r Gauck kam der angebliche „shitstorm“ in den sozialen Netzwerken, falsche oder verf├Ąlschte Quellen und Zitate bei elektronischen Medien. Behaupten vor allem „traditionelle“ Medien.

Kritik vs. Kritik

Kritik folgte auf Kritik. Aber nicht vorurteilsfrei, sondern verurteilungsfreudig. Meinungsmache vs. „Meinung haben“. Standpunkt vs. Polemik – je nachdem, aus welcher Perspektive man die Debatten ├╝ber den zur├╝ckgetretenen und vermutlich k├╝nftigen Bundespr├Ąsidenten eben hat, haben kann, haben will.

Hardy Prothmann, verantwortlich f├╝r dieses Blog, tritt f├╝r subjektiv-objektiven Journalismus ein: Seine Meinung auf Basis von Fakten finden und ├Ąu├čern.

Diese Debatten sind sehr erstaunlich: W├Ąhrend viele B├╝rger die Macht der Meinungsmacher, also der (traditionellen) Medien thematisieren, thematisieren (traditionelle) Medien die ├äu├čerungen von B├╝rgerinnen und B├╝rgern als unzul├Ąssig, unprofessionell und als „shitstorm“.

Und „schuld“ daran ist dieses Internet: Ein Medium ohne zentrale Struktur, ohne Redaktionsschluss, ohne Redaktionslinie, ohne Seilschaften, ohne Parteibuch, ohne jede Abh├Ąngigkeit, bis auf die, ob man einen Online-Zugang hat oder nicht.

Informationsfreiheit

Ohne auf Einzelheiten zu Wulff oder Gauck eingehen zu wollen: Jeder hat die M├Âglichkeit, sich ungehindert ├╝ber das Internet zu informieren und zu kommentieren. Jeder hat die M├Âglichkeit, eine Information, die er hier findet, mit anderen Informationen zu vergleichen.

Und zwar auch unabh├Ąngig von ├ľffnungszeiten von Kiosken, Zustellzeiten von Zeitungen, Sendungszeiten von H├Ârfunk oder Fernsehen.

Das Internet erm├Âglicht allen B├╝rgerinnen und B├╝rgern, sich ungehinderter denn je ihre Meinungen zu bilden und ebenso ungehinderter denn je, ihre Meinungen zu ├Ąu├čern. Nicht nur zu ├Ąu├čern, sondern sogar zu verbreiten.

Irritationen

Das irritiert die „Torw├Ąchter“ (Gatekeeper), die traditionelle Medien lange waren. Die Politiker, die mit traditionellen Medien lange gemeinsame Sache gemacht haben wie auch alle anderen, die „die Medien“ als das genutzt haben, was „die Medien“ aus sich selbst gemacht haben – eine Meinungsverkaufstheke.

Bei den konservativen Medien gabs Schwarzbrot, bei den linken Medien Habssattbrot und bei der Bild gibts seit jeher Brot und Spiele.

Kein anderes Medium beherrscht den Kosmos von Blut und Sperma, Moral und Emp├Ârung, Star und gefallener Engel, Teufel und Hoffnungstr├Ąger so gut, wie das Springerblatt.

Tiere – Titten – Tote

Die einfache Formel TTT – Tiere, Titten, Tote – zieht seit Jahrzehnten.

Mit der Bild nach oben und dann ab in den Keller: Das Ehepaar Wulff. Bild: Franz Richter, BY-SA CC 3.0, Wikipedia

Die Bild-Zeitung ist ein Drecksblatt, skrupellos und habgierig. Es bem├Ąchtigt sich allem und jedem, womit man Aufmerksamkeit erzielen und diese verkaufen kann.

Und jeder, der sich auf die Bild einl├Ąsst, muss wissen, dass man mit ihr „nach oben f├Ąhrt, aber auch nach unten“ (Anm. d. Red.: Es gibt einen „Pater noster“ im Axel-Springer-Hochhaus“, der unaufh├Ârlich nach oben und nach unten wandert.)

Aber die Bild-Zeitung ist das professionellste Blatt in ganz Europa. Sie besch├Ąftigt sich mit Schmutz und wenn keiner da ist, dann erfindet sie welchen. Die Rechtsabteilung ist gro├č, Schadensersatz ins Produkt „Bild“ mit einkalkuliert.

Leidmedium Bild

Und die meisten anderen Medien folgen der Bild – die wird im Kanzleramt wie auf der Schicht wie in den Redaktionen zuallerst gelesen.

Hat sie deshalb Macht? Missbraucht sie diese? Sind alle Personen, die in Bild auftauchen nur Opfer?

Keineswegs und ganz klar ja.

Der Skandalbundespr├Ąsident Christan Wulff wurde von der Bild nicht gezwungen, sich von einem befreundeten Unternehmer einen Kredit geben zu lassen. Auch nicht, von anderen Unternehmern Vorteile zu erlangen.

Er wurde nicht Home-Stories gezwungen, zu Urlaubsstories und was sonst noch privat alles so interessant am Gl├╝ck der Wulffs war.

S├╝ndenf├Ąlle

Die Bild zwingt niemanden ins Bett mit Sekret├Ąrinnen und Geliebten. Sie veranstaltet keine Drogen- und/oder Prostituiertenparties, sie stiftet nicht zur Steuerflucht an, sie ist nicht verantwortlich f├╝r Gammelfleisch, einen „Wir sind Papst“, f├╝r Korruption und Vorteilsnahme und schon gar nicht f├╝r Mord und Totschlag, der immer gerne genommen wird.

Und die Bild hat die Staatsanwaltschaft Hannover nicht gezwungen, um Aufhebung der Immunit├Ąt von Wulff zu bitten, um zu Verdachtsmomenten ermitteln zu k├Ânnen.

Die „Macht der Medien“ basiert auf Artikel 5 Grundgesetz:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu ├Ąu├čern und zu verbreiten und sich aus allgemein zug├Ąnglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gew├Ąhrleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der pers├Ânlichen Ehre.

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Die Bild nutzt dieses B├╝rgerrecht gnadenlos aus. Das muss man ihr genauso vorwerfen, wie jedem, der nur „Schei├če“ loswerden will bei einem Shitstorm im Internet.

Haltung

Jede journalistische Redaktion muss pr├╝fen, welche Linie sie vertreten will, was wichtig und was nicht wichtig ist. Worauf man Wert legt und worauf nicht. Das ist eine Stilfrage – aber auch eine, die ├╝ber Aufmerksamkeit entscheidet.

Wird Jochim Gauck ein "guter" Bundespr├Ąsident werden? Dar├╝ber darf und sollte man sich seine eigene Meinung bilden. Bild: J. Patrick Fischer. BY-SA CC 3.0 Wikipedia

Die Nutzer dieses Produkts „Meinungsbildung“, haben das Recht und die Pflicht, sich ebenso verantwortlich zu verhalten. Dreck als Dreck zu identifizieren und ihre Macht durch ihre Aufmerksamkeit und was sie daf├╝r „bezahlen“ auszuspielen.

Christian Wulff hat durch sein Verhalten das Amt des Bundespr├Ąsidenten besch├Ądigt – diese Meinung teilen viele, aber nicht alle.

Joachim Gauck wird kein einfacher Bundespr├Ąsident werden und ob er geeignet ist, wird die Zukunft zeigen.

Der „shitstorm“ ist gut, denn Herr Gauck wird ├╝ber- und gepr├╝ft. Das ist ein gro├čer Vorteil, denn alles, was er vor der Amts├╝bernahme gesagt hat, kann er nun selbst pr├╝fen, sich eine neue Meinung bilden und dann als Bundespr├Ąsident daf├╝r einstehen, was er im Amt tut oder sagt.

Meinungsfreiheit

Dar├╝ber urteilen werden alle die, die interessieren und sich interessieren – mit der grundgesetzlich garantierten Meinungsfreiheit.

Die Menschen, die Medien und die Moral der daraus resultierenden Gesellschaft.