Samstag, 18. November 2017

Kurzpfalzschule und Schiller-Werkrealschule ändern Angebot

Zwei neue Ganztagesschulen nach dem Sommer

Dossenheim/Hemsbach, 02. August¬†2014. (red/pm) Nach dem Sommer gibt es im Wahlkreis Weinheim zwei neue Ganztagesschulen in Dossenheim und Hemsbach. Von dem neuen Angebot profitieren Eltern und Kinder. [Weiterlesen…]

Portionspreise zwischen 4,53 Euro und 6,28 Euro

Teures Essen an der Kurpfalzschule

Dossenheim, 02. August¬†2014. (red/ms) Ab dem kommenden Schuljahr wird die Kurpfalz-Schule zur Ganztagesschule. Ein Mittagessen anzubieten, ist dann Pflicht. Die Schule wird durch einen Catering-Service beliefert. F√ľr die Reinigung des Geschirrs wird zus√§tzliches Personal angestellt, dessen Gehalt zu hundert Prozent von Eltern finanziert werden muss. Damit kann eine Mahlzeit inklusive Dessert bis zu 6,28 Euro kosten. [Weiterlesen…]

Gemeinderat stimmt einstimmig f√ľr die Entwicklung der Kurpfalzgrundschule zum Ganztagsbetrieb

Mit neuen Möglichkeiten zur offenen Ganztagsschule

Dossenheim, 13. Mai 2014. (red/ms/csk) Bereits im Oktober des vergangenen Jahres hat der Gemeinderat beschlossen, die Kurpfalz-Schule zum kommenden Schuljahr zu einer Ganztagsschule weiterzuentwickeln. Inzwischen hat das Land Baden-W√ľrttemberg sein Bildungskonzept f√ľr Ganztagsschulen aktualisiert. Eine schnelle Entscheidung musste her, um bereits im kommenden Schuljahr das √ľberarbeitete Ganztagsschulkonzept in der Kurpfalzgrundschule umsetzen zu k√∂nnen. [Weiterlesen…]

Haushaltsrede von Gemeinderat Carlo Bonifer (SPD)

„Solide finanzielle Grundlage“

Dossenheim, 19. Dezember 2013. (red) Auf eine positive Bilanz blickte die SPD-Fraktion am Dienstag. Carlo Bonifer lobte unter anderem die Gestaltung des Ortsmittelpunktes. Die Ausweisung neuer Gewerbefl√§chen werde von der SPD-Fraktion nicht getragen, sagte er. Landwirtschaftliche Fl√§chen h√§tten Vorrang. Wir dokumentieren die Haushaltsrede der Fraktion. [Weiterlesen…]

Ganztagesbetreuung liegt voll im Trend

Brauchen wir in Zukunft noch Eltern?

Dossenheim, 07. Mai 2012. (red/cr) Diskussionen √ľber die Ganztagsbetreuung von Kindern nehmen in den letzten Jahren immer weiter zu. Es scheint ein Zeichen der Zeit zu sein, dass beide Eltern berufst√§tig sind und die Kinder deshalb schon fr√ľhzeitig in einer Einrichtung untergebracht werden m√ľssen. Nun stellt sich aber die Frage, ob es sich um eine Notwendigkeit handelt – oder einen Trend.

Kommentar: Christian Ruser

Alle sind sich einig. Deutschland braucht mehr Krippenpl√§tze. Au√üerdem wird √ľber Kleinkindbetreuung ab zwei Monaten und die Ganztagsschule ab der Grundschule nachgedacht.

Ganztagsbeteuung, eine Hilfe

F√ľr diese Entwicklung sprechen viele gute Gr√ľnde. Ein typisches Beispiel ist die alleinerziehende Mutter. Sie ben√∂tigt eine Vollzeitstelle, um sich und das Kind oder die Kinder ern√§hren zu k√∂nnen. Viele Familien ben√∂tigen den Verdienst beider Partner und manche Eltern wissen nicht, wie sie ihrer Erziehungsrolle gerecht werden k√∂nnen, so dass es f√ľr das Kind besser ist, wenn dies von P√§dagogen √ľbernommen wird.

Mit der Ganztagsbetreuung in Kindergarten und Schule soll den Eltern die Teilnahme am Arbeitsleben erleichtert werden. Die Firmen m√ľssen sich bei der Einstellung weniger Gedanken um fehlende Arbeitskr√§fte machen. Aber was gewinnen die Kinder und Familien?

Verlagerung der Bezugspersonen

Wenn Kinder schon fr√ľh zur Ganztagsbetreuung in die Krippe kommen, werden die Erzieherinnen zu neuen Bezugspersonen. Kernerlebnisse wie das erste Wort und der erste Schritt werden nicht mehr in der Familie erlebt. Starke, verbindende Elemente des Familienlebens bleiben auf der Strecke.

In der Schule soll nun nicht nur die Ganztagsbetreuung fortgesetzt werden, sondern auch die Nachmittagsbesch√§ftigung mit einem sinnvollen Bildungsziel verbracht werden. Erlernen eines Musikinstruments, Sport oder Schachklub sind nur einige M√∂glichkeiten. Das Leben der Kinder wird schon fr√ľh auf Effizienz ausgerichtet.

Ausgebrannt

Der Druck der Arbeitswelt auf den Menschen ist enorm. Immer mehr Krankentage sind auf das Burn Out Syndrom zur√ľckzuf√ľhren. Die Schlussfolgerung hieraus ist, dass sich viele Menschen vom Arbeitsalltag und den ihnen gestellten Anforderungen √ľberlastet f√ľhlen.

Wenn nun Kinder ein √§hnliches Zeitpensum t√§glich bew√§ltigen m√ľssen, wie ihre Eltern, wenn ihr Alltag auf ganzt√§giges Lernen ausgerichtet ist, muss man dann nicht bef√ľrchten, dass sie auch ausbrennen? Dass sich diese Kinder irgendwann verweigern, weil sie schlicht und einfach nicht mehr k√∂nnen?

Wo ist die Familie?

Auch stellt sich die Frage, welchen Sinn die Gesellschaft der Familie noch zukommen lässt, wenn die Erziehungsaufgaben und die Betreuung an Kindergärten und Schulen abgetreten wird. Sind dann Familien nicht nur noch Wohngemeinschaften mit Kind?

Wenn sich die Familien zehn Stunden am Tag nicht sehen, weil sie bei der Arbeit sind, acht Stunden, weil sie schlafen, dann bleiben maximal noch sechs Stunden f√ľr die Familie.¬† Kommen zu dieser Rechnung √úberstunden, Einkaufsfahrten und Freizeitaktivit√§ten der Eltern hinzu, ist damit zu rechnen, dass Eltern tats√§chlich zu Ern√§hrern degradiert werden.

Ich m√∂chte die Idee der Ganztagsbetreuung nicht verteufeln. Bei all der Euphorie halte ich es aber f√ľr notwendig zu √ľberlegen, wer denn diese Entwicklung wirklich w√ľnscht und wem sie zugute kommt. Ich bef√ľrchte, dass die Kinder bei all dem nicht an erster Stelle stehen.

Vielleicht solle auch dar√ľber nachgedacht werden, wie sich die Arbeitswelt dem Familienwohl anpassen kann, statt umgekehrt. Dass die Ganztagsbetreuung nicht die L√∂sung sein kann, liegt auf der Hand.