Dienstag, 21. November 2017

Auch Kfz-Zulassungsbeh├Ârden keine Sprechzeiten!

Landratsamt am Freitag geschlossen

Wappen Rhein-Neckar-KreisRhein-Neckar, 02. Juli 2014. (red/pm) Wegen eines Betriebsausflugs finden am Freitag, 04. Juli, beim Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis keine Sprechzeiten statt. Nicht nur das Hauptgeb├Ąude in der Heidelberger Kurf├╝rsten-Anlage 38-40 mit all seinen ├ämtern bleibt an diesem Tag geschlossen, sondern auch alle Au├čenstellen des Landratsamtes in Heidelberg, Sinsheim, Weinheim, Wiesloch, Neckargem├╝nd und Ladenburg. Dazu z├Ąhlen ebenso die Kfz-Zulassungs- und F├╝hrerscheinbeh├Ârden wie beispielsweise das Gesundheitsamt und das Versorgungsamt.

Fr├╝hlingszeit ist Zeckenzeit!

Blutsauger haben Hochsaison

Rhein-Neckar, 13. April 2012. (red) Mit den w├Ąrmeren Temperaturen kommen auch wieder vermehrt Zecken zum Vorschein. Eine festgesaugte Zecke am K├Ârper ist nicht nur unangenehm, sondern der Stich kann auch schwerwiegende Folgen haben. Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises ruft auch in diesem Jahr wieder zu Impfungen gegen FSME auf.

Von J├Ârg Theobald

Sie lauern wieder auf Opfer - Zecken. Bild: Zecken.de

Kaum wird es Fr├╝hling, lauern wieder Zecken im Wald, Geb├╝sch und Gras auf ihre Opfer. Sobald die Aussentemperatur konstant ├╝ber acht Grad Celsius liegt, werden die Tiere wieder munter. Die winzigen Spinnentiere halten sich dann im Bodenbewuchs bis auf einer H├Âhe von etwa anderthalb Meter auf.

Laut Frau Dr. Oswinde Bock-Hensley vom Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises gibt es die Tiere zwar das ganze Jahr ├╝ber, aktiv sind sie aber vor allem von M├Ąrz bis Oktober.

Jeder, der sich viel im Freien aufh├Ąlt, kann zum Opfer der „Blutsauger“ werden. Besonders h├Ąufig sind Wanderer, Jogger, Radfahrer und Hundehalter betroffen, ebenso Kinder. Durch ihre K├Ârpergr├Â├če haben sie die richtige H├Âhe, um von den Zecken besonders gut erreicht zu werden.

Warm-feuchtes Wetter macht die Tiere besonders lebendig, dann stechen sie bevorzugt zu. Ihre Opfer suchen sich die Zecken am liebsten vormittags und am fr├╝hen Abend.

Auf die Opfer aufmerksam werden sie durch Ersch├╝tterungen, K├Ârperw├Ąrme und den K├Ârpergeruch. Haben die Zecken ein potentielles Ziel ausgemacht, lassen sie sich im Vor├╝bergehen von ihrem Platz im Bodenbewuchs abstreifen.

Hohes Infektionsrisiko

Die meisten Zeckenstiche bleiben ohne Folgen, doch die Spinnentiere k├Ânnen auch Krankheitserreger ├╝bertragen. Am bekanntesten sind die Erreger von Borreliose und FSME, hinzu kommt aber noch eine Vielzahl weiterer m├Âglicher Infektionen. Zum Beispiel Anaplasmen, Babesien, Rickettsien oder Ehrlichiosen.

Die h├Ąufigste Erkrankung, die durch Zeckenstiche ├╝bertragen wird, ist die Lyme-Borreliose. Sie wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgel├Âst.

Die Krankheit kann jedes Organ, das Nervensystem und die Gelenke sowie das Gewebe befallen. Dadurch kann eine Borreliose viele Symptome haben, man spricht auch von einer multisystemischen Krankheit. Durch die vielen verschiedenen Symptome ist es schwierig, eine Borreliose zu diagnostizieren.

Lediglich die sogenannte „Wanderr├Âte“, eine ringf├Ârmige Hautr├Âtung um die Einstichstelle gilt als charakteristisches Symptom. Sie kann einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich rund um die Einstichstelle auftreten. Allerdings tritt die Wanderr├Âte, auch Erythema migrans genannt, nicht bei allen Borreliose-Patienten auf.

Folgen der Borreliose k├Ânnen Hirnhautentz├╝ndung, starke Schmerzen, Gesichtsl├Ąhmungen und sogar Herzproblemen sein. Im chronischen Verlauf kommt es auch h├Ąufig zu Gelenkentz├╝ndungen.

Da es sich bei der Borreliose um eine bakterielle Erkrankung handelt, l├Ąsst sie sich im Normalfall gut mit Antibiotika behandeln.

Die Tiere stechen bevorzugt an feucht-warmen Stellen mit d├╝nner Haut - z.B. in den Kniekehlen, der Achselh├Âhle oder dem Schambereich. Bild: Zecken.de

Fr├╝hsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die Fr├╝hsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine durch das FSME-Virus ausgel├Âste Krankheit, die mit grippe├Ąhnlichen Symptomen, Fieber und bei einem Teil der Patienten mit einer Hirnhautentz├╝ndung verl├Ąuft.

Typisch f├╝r die Krankheit ist der Verlauf in zwei Stadien. Im ersten Stadium leidet der Betroffene an Fieber, Erbrechen, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Krankheit ├Ąhnelt in diesem Stadium von den Symptomen her einer Grippe. H├Ąufig ist die Erkrankung nach diesem Stadium ├╝berstanden.

┬áBei einigen der Infizierten greift das Virus jedoch auf das zentrale Nervensystem ├╝ber. Im besten Fall kommt es jetzt zu einer Hirnhautentz├╝ndung (Meningitis), schlimmstenfalls greift das Virus auf das ganze Gehirn ├╝ber. Jetzt leidet der Betroffene an hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, bei der Hirnentz├╝ndung kommt es mitunter auch zu L├Ąhmungen sowie Bewusstseins-, Sprach- und Schluckst├Ârungen.

Etwa die H├Ąlfte der Patienten mit FSME erleiden nach Angaben des Verbands einen schweren Krankheitsverlauf. Eine dauerhafte Erkrankung und eine daraus resultierende Berufsunf├Ąhigkeit k├Ânnen folgen. Die Impfempfehlung gelte vor allem f├╝r ├Ąltere Menschen, da die Schwere der Erkrankung mit zunehmendem Alter steige.

Seit Mitte der neunziger Jahre verzeichnen die Gesundheits├Ąmter des Odenwaldes eine stetige Zunahme der von Zecken ├╝bertragenen Hirnhautentz├╝ndung FSME. Dabei ist nicht nur die Fallzahl insgesamt, sondern gleichzeitig die Zahl der schweren und schwersten Verl├Ąufe der FSME gestiegen.

Gesundheitsamt ruft zur Impfung auf

Zu Schutzimpfungen gegen gef├Ąhrliche Folgen von Zeckenbissen durch FSME haben das Gesundheitsamt im Rhein-Neckar-Kreis, das auch f├╝r die Stadt Heidelberg und somit f├╝r rund 650.000 Einwohnerinnen und Einwohner zust├Ąndig ist, und die ├ärzte in der Region aufgerufen. Der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Rainer Schwertz, sagt dazu:

Gemeinsam mit Bayern und Th├╝ringen f├╝hrt Baden-W├╝rttemberg die Hitliste der Risikogebiete an

Laut Informationen des Robert-Koch-Institut, dem deutschlandweit wichtigsten Institut f├╝r Infektionskrankheiten und nicht ├╝bertragbare Krankheiten, erfolgten 47,1% aller im Jahr 2010 festgestellten FSME-Infektionen in Baden-W├╝rttemberg.

Laut Dr. Bock-Hensley ist eine Impfung nach wie vor f├╝r das sicherste Mittel gegen die Krankheit, besonders f├╝r ├Ąltere Menschen. Die Kosten hierf├╝r tragen die Krankenkassen.

Nach der uns vorliegenden Statistik gab es in Deutschland im Jahr 2010 260 Menschen, die an FSME erkrankt sind, im Rhein-Neckar-Kreis waren es 2011 sieben Erkrankte, davon f├╝nf M├Ąnner und zwei Frauen mit teilweise schweren Krankheitsverl├Ąufen.

ÔÇ×Bevor Sie uns Ihre Familie die Natur genie├čen, sch├╝tzen Sie sich vor ZeckenstichenÔÇť, raten die beiden ├ärzte des Gesundheitsamtes.

Das Infektionsrisiko f├╝r alle durch Zecken ├╝bertragene Krankheiten kann gemindert werden, indem man sich kurzfristig mit Zecken abwehrenden Sprays oder Lotions sch├╝tzt. Zus├Ątzlich kann helle, geschlossene Kleidung und das Vermeiden von unwegsamem Gel├Ąnde und Unterholz helfen, nicht von einer Zecke gestochen zu werden.

Nach einem Spaziergang in der Natur sollte man sich und vor allem auch Kinder und Haustiere gr├╝ndlich nach Zecken absuchen. Festgesaugte Tiere sollten mit einer geeigneten Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange oder Zeckenkarte entfernt werden.

Unter keinen Umst├Ąnden sollte man die Tiere jedoch mit ├ľl, Klebstoff, Nagellackentfernern oder Alkohol „behandeln“. Im Todeskampf entleert die Zecke ihren Darminhalt in die Wunde: Dadurch steigt das Risiko einer Infektion.