Donnerstag, 22. Februar 2018

Auch Kfz-Zulassungsbehörden keine Sprechzeiten!

Landratsamt am Freitag geschlossen

Wappen Rhein-Neckar-KreisRhein-Neckar, 02. Juli 2014. (red/pm) Wegen eines Betriebsausflugs finden am Freitag, 04. Juli, beim Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis keine Sprechzeiten statt. Nicht nur das Hauptgebäude in der Heidelberger Kurfürsten-Anlage 38-40 mit all seinen Ämtern bleibt an diesem Tag geschlossen, sondern auch alle Außenstellen des Landratsamtes in Heidelberg, Sinsheim, Weinheim, Wiesloch, Neckargemünd und Ladenburg. Dazu zählen ebenso die Kfz-Zulassungs- und Führerscheinbehörden wie beispielsweise das Gesundheitsamt und das Versorgungsamt.

FrĂĽhlingszeit ist Zeckenzeit!

Blutsauger haben Hochsaison

Rhein-Neckar, 13. April 2012. (red) Mit den wärmeren Temperaturen kommen auch wieder vermehrt Zecken zum Vorschein. Eine festgesaugte Zecke am Körper ist nicht nur unangenehm, sondern der Stich kann auch schwerwiegende Folgen haben. Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises ruft auch in diesem Jahr wieder zu Impfungen gegen FSME auf.

Von Jörg Theobald

Sie lauern wieder auf Opfer - Zecken. Bild: Zecken.de

Kaum wird es Frühling, lauern wieder Zecken im Wald, Gebüsch und Gras auf ihre Opfer. Sobald die Aussentemperatur konstant über acht Grad Celsius liegt, werden die Tiere wieder munter. Die winzigen Spinnentiere halten sich dann im Bodenbewuchs bis auf einer Höhe von etwa anderthalb Meter auf.

Laut Frau Dr. Oswinde Bock-Hensley vom Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises gibt es die Tiere zwar das ganze Jahr über, aktiv sind sie aber vor allem von März bis Oktober.

Jeder, der sich viel im Freien aufhält, kann zum Opfer der „Blutsauger“ werden. Besonders häufig sind Wanderer, Jogger, Radfahrer und Hundehalter betroffen, ebenso Kinder. Durch ihre Körpergröße haben sie die richtige Höhe, um von den Zecken besonders gut erreicht zu werden.

Warm-feuchtes Wetter macht die Tiere besonders lebendig, dann stechen sie bevorzugt zu. Ihre Opfer suchen sich die Zecken am liebsten vormittags und am frĂĽhen Abend.

Auf die Opfer aufmerksam werden sie durch Erschütterungen, Körperwärme und den Körpergeruch. Haben die Zecken ein potentielles Ziel ausgemacht, lassen sie sich im Vorübergehen von ihrem Platz im Bodenbewuchs abstreifen.

Hohes Infektionsrisiko

Die meisten Zeckenstiche bleiben ohne Folgen, doch die Spinnentiere können auch Krankheitserreger übertragen. Am bekanntesten sind die Erreger von Borreliose und FSME, hinzu kommt aber noch eine Vielzahl weiterer möglicher Infektionen. Zum Beispiel Anaplasmen, Babesien, Rickettsien oder Ehrlichiosen.

Die häufigste Erkrankung, die durch Zeckenstiche übertragen wird, ist die Lyme-Borreliose. Sie wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöst.

Die Krankheit kann jedes Organ, das Nervensystem und die Gelenke sowie das Gewebe befallen. Dadurch kann eine Borreliose viele Symptome haben, man spricht auch von einer multisystemischen Krankheit. Durch die vielen verschiedenen Symptome ist es schwierig, eine Borreliose zu diagnostizieren.

Lediglich die sogenannte „Wanderröte“, eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle gilt als charakteristisches Symptom. Sie kann einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich rund um die Einstichstelle auftreten. Allerdings tritt die Wanderröte, auch Erythema migrans genannt, nicht bei allen Borreliose-Patienten auf.

Folgen der Borreliose können Hirnhautentzündung, starke Schmerzen, Gesichtslähmungen und sogar Herzproblemen sein. Im chronischen Verlauf kommt es auch häufig zu Gelenkentzündungen.

Da es sich bei der Borreliose um eine bakterielle Erkrankung handelt, lässt sie sich im Normalfall gut mit Antibiotika behandeln.

Die Tiere stechen bevorzugt an feucht-warmen Stellen mit dünner Haut - z.B. in den Kniekehlen, der Achselhöhle oder dem Schambereich. Bild: Zecken.de

FrĂĽhsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste Krankheit, die mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und bei einem Teil der Patienten mit einer Hirnhautentzündung verläuft.

Typisch für die Krankheit ist der Verlauf in zwei Stadien. Im ersten Stadium leidet der Betroffene an Fieber, Erbrechen, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Krankheit ähnelt in diesem Stadium von den Symptomen her einer Grippe. Häufig ist die Erkrankung nach diesem Stadium überstanden.

 Bei einigen der Infizierten greift das Virus jedoch auf das zentrale Nervensystem über. Im besten Fall kommt es jetzt zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis), schlimmstenfalls greift das Virus auf das ganze Gehirn über. Jetzt leidet der Betroffene an hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, bei der Hirnentzündung kommt es mitunter auch zu Lähmungen sowie Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen.

Etwa die Hälfte der Patienten mit FSME erleiden nach Angaben des Verbands einen schweren Krankheitsverlauf. Eine dauerhafte Erkrankung und eine daraus resultierende Berufsunfähigkeit können folgen. Die Impfempfehlung gelte vor allem für ältere Menschen, da die Schwere der Erkrankung mit zunehmendem Alter steige.

Seit Mitte der neunziger Jahre verzeichnen die Gesundheitsämter des Odenwaldes eine stetige Zunahme der von Zecken übertragenen Hirnhautentzündung FSME. Dabei ist nicht nur die Fallzahl insgesamt, sondern gleichzeitig die Zahl der schweren und schwersten Verläufe der FSME gestiegen.

Gesundheitsamt ruft zur Impfung auf

Zu Schutzimpfungen gegen gefährliche Folgen von Zeckenbissen durch FSME haben das Gesundheitsamt im Rhein-Neckar-Kreis, das auch für die Stadt Heidelberg und somit für rund 650.000 Einwohnerinnen und Einwohner zuständig ist, und die Ärzte in der Region aufgerufen. Der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Rainer Schwertz, sagt dazu:

Gemeinsam mit Bayern und ThĂĽringen fĂĽhrt Baden-WĂĽrttemberg die Hitliste der Risikogebiete an

Laut Informationen des Robert-Koch-Institut, dem deutschlandweit wichtigsten Institut fĂĽr Infektionskrankheiten und nicht ĂĽbertragbare Krankheiten, erfolgten 47,1% aller im Jahr 2010 festgestellten FSME-Infektionen in Baden-WĂĽrttemberg.

Laut Dr. Bock-Hensley ist eine Impfung nach wie vor für das sicherste Mittel gegen die Krankheit, besonders für ältere Menschen. Die Kosten hierfür tragen die Krankenkassen.

Nach der uns vorliegenden Statistik gab es in Deutschland im Jahr 2010 260 Menschen, die an FSME erkrankt sind, im Rhein-Neckar-Kreis waren es 2011 sieben Erkrankte, davon fünf Männer und zwei Frauen mit teilweise schweren Krankheitsverläufen.

„Bevor Sie uns Ihre Familie die Natur genießen, schützen Sie sich vor Zeckenstichen“, raten die beiden Ärzte des Gesundheitsamtes.

Das Infektionsrisiko für alle durch Zecken übertragene Krankheiten kann gemindert werden, indem man sich kurzfristig mit Zecken abwehrenden Sprays oder Lotions schützt. Zusätzlich kann helle, geschlossene Kleidung und das Vermeiden von unwegsamem Gelände und Unterholz helfen, nicht von einer Zecke gestochen zu werden.

Nach einem Spaziergang in der Natur sollte man sich und vor allem auch Kinder und Haustiere grĂĽndlich nach Zecken absuchen. Festgesaugte Tiere sollten mit einer geeigneten Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange oder Zeckenkarte entfernt werden.

Unter keinen Umständen sollte man die Tiere jedoch mit Ă–l, Klebstoff, Nagellackentfernern oder Alkohol „behandeln“. Im Todeskampf entleert die Zecke ihren Darminhalt in die Wunde: Dadurch steigt das Risiko einer Infektion.