Montag, 25. September 2017

Umfassende Beratungen im Haupt- und Finanzausschuss

Haushalt 2014 vorgestellt

Dossenheim, 18. November 2013. (red/zef) Am 05. November stellte B├╝rgermeister Hans Lorenz den Entwurf f├╝r den Haushalt 2014 vor. Daraus ging unter anderem hervor, dass die Gemeinde durch den Zensus im Jahr 2011 240.000 Euro weniger Steuereinnahmen erhalten wird. [Weiterlesen…]

Wahlkampf: Ministerpr├Ąsident Winfried Kretschmann "hemds├Ąrmelt" in Schriesheim

„Die Haushaltssanierung wird Sie alle schmerzen“

Winfried Kretschmann in der Mehrzweckhalle Schriesheim.

Landesvater Winfried Kretschmann als Wahlkampf-Unterst├╝tzer in der Mehrzweckhalle Schriesheim.

 

Schriesheim/Rhein-Neckar, 06. September 2013. (red) Bei seinen ├Âffentlichen Auftritten als baden-w├╝rttembergischer Ministerpr├Ąsident schl├╝pft Wilfried Kretschmann allzu gerne in die Rolle des pr├Ąsidialen Landesvaters und vertritt dabei h├Ąufig ├╝berparteiliche Positionen. Der 65-j├Ąhrige Gr├╝nen-Politiker kann auch anders – das stellt er bei seinem Auftritt in Schriesheim unter Beweis. Es ist Wahlkampf und insbesondere der Wahlkreis Heidelberg/Weinheim eine besondere Herausforderung. Wird Dr. Franziska Brantner ihrem Konkurrenten Dr. Karl A. Lamers (CDU) Prozente wegnehmen k├Ânnen? [Weiterlesen…]

Zus├Ątzliche Ausgaben im Jahr 2013: 3.875,50 Euro

Herrenlose Tiere kosten die Gemeinde ab sofort deutlich mehr

Dossenheim/Heidelberg, 10. April 2013. (red/aw) Die Gemeinde Dossenheim muss r├╝ckwirkend zum 01. Januar 2013 nun deutlich mehr Mittel f├╝r die Unterbringung und Pflege von herrenlosen Tieren aufbringen als bisher. Nach Pr├╝fung der Forderung des Heidelberger Tierheims, wo Fundtiere aus der Gemeinde seit mehreren Jahren untergebracht werden, stimmte der Gemeinderat in seiner gestrigen Sitzung dem erh├Âhten Kostenaufwand zu. Das Tierheim hatte, statt einer bisherigen Pauschale pro Tier, nun einen Pauschalbetrag pro Einwohner der Gemeinde von 0,50 Euro verlangt. In vielen Nachbargemeinden wird diese Form der einwohnerbezogenen Abrechnung bereits durchgef├╝hrt. In den anderen soll die Umstellung zeitnah erfolgen. Denn das Tierheim k├Ąmpft mit einem Defizit in der Kostendeckung. Und das bereits seit Jahren. [Weiterlesen…]

Gabis Kolumne

Tupperparty – werden hier K├╝chentr├Ąume wahr?

Rhein-Neckar, 27. Februar 2012. Seit ihrer Kindheit kennt Gabi Tupperware. Dieser Tage war sie zu einer Tupperparty eingeladen.

Tupperware - hier werden K├╝chentr├Ąume wahr?

Schon meine Gro├čmutter schw├Ârte drauf und wehe ein Teil ging verloren, wurde sie sehr ungem├╝tlich. Die Rede ist von Tupperware.

Als Kind war ich sehr fasziniert von der Deckelhalterung im K├╝chenschrank meiner Gro├čeltern: Der Gr├Â├če nach geordnet hingen hier die Deckel mit dem Blubb-Effekt – von meiner Gro├čmutter mehr geh├╝tet als die Weihnachtspl├Ątzchen in der Adventszeit.

Die passenden Dosen in verschiedenen Gr├Â├čen und pastellfarben, wie in den 60er Jahren ├╝blich, fand man im K├╝chenschrank ordentlich sortiert.

ÔÇ×Tupper ist Qualit├Ąt und das ist teuerÔÇť, pflegte meine Gro├čmutter zu sagen.

Die eine oder andere Tupperdose, von meiner Mutter abgestaubt, zog sp├Ąter auch in meinen Studentenhaushalt ein.

Und vor gut 15 Jahren, selbst inzwischen Mutter, wurde ich zu meiner ersten Tupperparty eingeladen.

Ich kann mich nur noch an eine geschmacklose Sch├Ąlchenkombination f├╝r N├╝sse, Salzbrezel und Co. und endlos Haushaltstipps erinnern. Mitgenommen habe ich damals zwei t├╝rkis-gr├╝nfarbige verschlie├čbare Becher, ein ebenso farbiges K├Ąnnchen ÔÇô das war glaub ich das Gastgeschenk ÔÇô und eine mittelgro├če Salatsch├╝ssel, im ebenfalls in gr├╝nen Styling der 90er Jahre.

Ein lustiger Abend unter Frauen

Dieser Tage wurde ich jetzt wieder zu einer Tupperparty eingeladen. Gut, dachte ich nach Schmuck- und Kerzenabenden darf es jetzt auch mal wieder Tupper sein. Und ich freute mich auf einen lustigen Abend unter Frauen.

Sieben Frauen, ein Tisch voller H├Ąppchen und eine engagierte Tupper-Beraterin der beinah ersten Generation. Seit gut 30 Jahren ist sie dabei, und Tupper in Deutschland ist gerade mal 20 Jahre ├Ąlter, erfahren wir.

Die Beraterin nimmt es ernst, kurz will sie wissen, ob wir Tupper kennen und gibt dann eine kleine Einf├╝hrung. Wir schwatzen und lachen, das findet sie weniger gut, schlie├člich geht es hier um ein ernstes Thema, denn, wer mit Tupper unzufrieden ist, hat bei der Beratung nicht aufgepasst, ist die Botschaft. Deswegen Aufmerksamkeit, meine Damen, scheint sie zu mahnen.

Und erz├Ąhlt tragische Geschichten von unsachgem├Ą├čer oder falscher Behandlung. Wer mit Tupper nicht zu recht kommt, hat nicht aufgepasst, erkl├Ąrt sie streng.

Viel hat sich getan seit meine Gro├čmutter die ersten Dosen in ihrem Schrank bewachte. Die Farben sind frischer, die Funktionen raffinierter. Und immer klangvollere Namen lassen schon im Vorfeld erahnen, welchem Haushaltswunder man begegnen wird.

Die wahren Dinge des Lebens?

Wir begreifen schnell, hier geht es um die wahren Dinge des Lebens, wie kann ich in der Mikrowelle in k├╝rzester Zeit Spaghetti und Kartoffeln kochen, wie kann ich aus Resten kleine K├Âstlichkeiten zaubern und wie bewahre ich zweckm├Ą├čig und platzsparend und geruchsfrei alles auf.

Die Gastgeberin bringt Zutaten herbei und in Sekundenschnelle bereitet die Tupper-Beraterin mit dem ÔÇ×Quick Chef 3ÔÇť einen k├Âstlichen Dip zu.

Das klingt alles einleuchtend und praktisch, aber wo bleibt hier das sinnliche K├╝chenerlebnis, das Ger├Ąusch, wenn Spaghettiwasser k├Âchelt, der Geruch von K├Ąse und Zwiebeln, der die K├╝che durchzieht. Tupper, das wird mir klar, hat mit Lust wenig zu tun.

Zu jedem T├Âpfchen geh├Ârt ein Deckelchen

Wie hei├čt es so sch├Ân, zu jedem T├Âpfchen geh├Ârt ein Deckelchen und demnach zu jedem K├╝chenbed├╝rfnis ein Tuppergef├Ą├č. Selbst wenn ich noch gar nicht ahnte, dieses Bed├╝rfnis versp├╝rt zu haben.

Und das hat alles seinen Preis. Aber, so erkl├Ąrt uns die Tupper-Dame, schlie├člich auch seine Qualit├Ąt. Gut, denke ich, das hat schlie├člich auch schon meine Gro├čmutter gesagt.

Dementsprechend folgsam schreiben wir unsere W├╝nsche auf den Bestellzettel und nur eine der Anwesenden entzieht sich dem Druck.

Als Gastgeschenk bekommen wir „Super-Teig-Fallen“ ├╝berreicht, damit lassen sich tolle Teigtaschen zubereiten, werden wir belehrt.

ÔÇ×Mir w├Ąre das ├ťberraschungsgeschenk lieberÔÇť

Ich bin ehrlich, in meinem K├╝chenalltag habe ich daf├╝r keinen Bedarf und in meinem Schrank keinen Platz, ÔÇ×mir w├Ąre das ├ťberraschungsgeschenk lieberÔÇť, erdreiste ich mich deswegen in die Runde zu werfen. Weitere Frauen schlie├čen sich an. Das sei ihr noch nicht passiert, beschwert sich die Tupper-Beraterin und versucht erst gar nicht ihr Missfallen zu verbergen.

Zudem sei sie hier gar nicht mit ihrem Programm durchgekommen, vieles konnte sie nicht vorstellen und ├╝berhaupt merkt man ihr an, alles in allem waren wir zu undiszipliniert und mit leicht gekr├Ąnkter Miene packt sie ihre guten Sch├Ątze wieder ein.

Das ist schade, denn was hilft neues Design und gute Qualit├Ąt, wenn der Spa├č an so einem Abend zu kurz kommt.

gabi

Gabis Kolumne

„Irgendwann klemmt die Schublade.“

Rhein-Neckar, 23. Januar 2012. Manche Dinge sollten erledigt werden, und zwar m├Âglichst schnell. Andere m├Âchte man gerne bald wiederholen, aber man bekommt sie im Alltag kaum unter. Das mit der Regelm├Ą├čigkeit ist so eine Sache, denkt Gabi.

Wegen ├ťberf├╝llung geschlossen.

Ich habe ihm Flur eine Schublade, da fliegt alles rein, was noch sortiert und abgeheftet werden muss: Kontoausz├╝ge, ├╝berwiesene Rechnungen, Garantien und Zettel jeglicher Art. Und alle paar Monate geht wegen ├ťberf├╝llung gar nichts mehr, sprich die Schublade geht nicht mehr zu.

Das ist dann der Zeitpunkt, an dem ich meine Ablage machen muss. Habe ich es hinter mich gebracht, denke ich meist, das war doch gar nicht so schlimm, das sollte ich viel regelm├Ą├čiger machen.

Unter diese Rubrik f├Ąllt auch Keller aufr├Ąumen, Kleiderschrank aussortieren, Auto und Fenster putzen ÔÇŽ

Sind die Dinge erledigt, f├╝hlt man sich richtig gut, freut sich ob der getanen Arbeit und nimmt sich vor, so lange wird man es nie wieder liegen lassen.

Irgendwann klemmt die Schublade

Doch irgendwann klemmt die Schublade wieder und aus den Fenstern kann man kaum noch rausschauen.

R├ĄumÔÇÖ doch Deine Klamotten abends gleich weg, wenn du sie ausziehst, ermahne ich deswegen auch meine Tochter regelm├Ą├čig, denn schlie├člich soll sie es ja lernen.

Meine Gro├čmutter hatte ihren Haushalt noch gut organisiert, montags wurde gewaschen, dienstags demnach geb├╝gelt, mittwochs Staub gewischt und gesaugt, donnerstags das Bad geputzt und die B├Âden gewischt, freitags die Betten bezogen, samstags Kuchen gebacken und sonntags ausgeruht. Bei dieser Regelm├Ą├čigkeit blieb nichts liegen, es stapelte sich nichts, wie zum Beispiel meine B├╝gelw├Ąsche im Keller.

Ich wei├č noch, wenn ich als junge Frau bei meiner Gro├čmutter vorbeischaute und es war beispielsweise Montag, fragte sie: ÔÇ×Und Kind, hast du deine W├Ąsche schon gemacht?ÔÇť Es war f├╝r sie kaum nachvollziehbar, dass man in der ÔÇ×heutigenÔÇť Zeit noch so viel anderes zu tun hatte, erst in jungen Jahren Semesterarbeiten anfertigen, sp├Ąter dann mit Kindern in die Krabbelgruppen zu gehen und schlie├člich neben dem Haushalt noch zu arbeiten. Und dazu die ganzen Freizeitvergn├╝gen ÔÇô diesen Stress hatte meine Gro├čmutter nicht, aber einen gut aufger├Ąumten und ordentlichen Haushalt ÔÇô mit Regelm├Ą├čigkeit.

Szenenwechsel

K├╝rzlich war ich mit vier Freundinnen aus. Und wir waren nicht einfach nur im Kino oder was trinken, sondern wir waren auf einem Live-Konzert in einem Heidelberger Club. Es war laut, es war voll und es wurde sp├Ąt. Und es machte Spa├č. ÔÇ×Das sollten wir bald wieder mal machenÔÇť, sagte eine der Freundinnen.

Vergangene Woche waren wir mit Freunden im Theater ÔÇô es war ein wunderbarer Abend. ÔÇ×Das sollten wir bald wieder mal machenÔÇť, dachte ich.

Die Liste der Dinge, die ich gerne ÔÇ×bald wieder mal machen m├ÂchteÔÇť ist ebenso endlos wie die der Dinge, die ich bald wieder machen sollte.

Es ist das Treffen mit einer Freundin, die im Elsass wohnt, die Wanderung in der Pfalz, der Tag in einem Wellness-Bad, der Besuch einer Lesung oder Ausstellung ÔÇô die Reihe ist beliebig erweiterbar.

Und auch hier: Setzt man das Vorhaben in die Tat um, scheint es kaum nachvollziehbar, warum man damit so lange gewartet hat, warum man sich zwischen Job, Kinder, K├╝che keinen Freiraum schaffen konnte und warum man sich immer so einen Ruck geben muss.

Einfacher ist es mit Dinge, die sich wiederholen, der w├Âchentliche Sportkurs, das monatliche Treffen mit Freunden. Sobald es in unserem Zeitablauf fest verankert ist, quasi auf regelm├Ą├čiger Wiedervorlage, gelingt es sehr gut es in den Alltag zu integrieren.

So wissen meine Kinder und mein Mann, dass ich montags und freitags abends zum Sport gehe, dass ich mich einmal im Monat mit meinem Literasturkreis treffe und dass sonntagsabend der Tatort fest auf dem Programm steht.

Will ich an anderen Abenden einen Film schauen ÔÇô wir haben nur einen Fernsehen ÔÇô tritt das meist gro├če Diskussionen los, aber alle wissen ÔÇ×Mama schaut am Sonntagabend Tatort und da f├Ąhrt kein Zug dr├╝ber.ÔÇť

Das ist planbar.

Ausrei├čer aus dem Alltag

Aber sind es nicht die kleinen Ausrei├čer aus dem Alltag, die unser Leben w├╝rzen.

Und das Salz in der Suppe ist wohl, dass wir es eben nur selten tun und somit die Sehnsucht die Antriebskraft ist.

Bei den l├Ąstigen Dingen ist der Sieg ├╝ber den inneren Schubladen-Schweinehund die wahre Befriedigung.

W├╝rden wir alles regelm├Ą├čig erledigen, k├Ânnten wir dieses Gef├╝hl nicht genie├čen. Und w├╝rden die sch├Ânen Augenblicke des Lebens zur Regelm├Ą├čigkeit, ginge das Besondere verloren.

So k├Ąmpfe ich mit den Unannehmlichkeiten und sehne mich nach den Auszeiten, denn ich will alles h├Ąufiger, aber bitte nicht regelm├Ą├čig tun.

gabi