Dienstag, 21. November 2017

Zusätzliche Ausgaben im Jahr 2013: 3.875,50 Euro

Herrenlose Tiere kosten die Gemeinde ab sofort deutlich mehr

Dossenheim/Heidelberg, 10. April 2013. (red/aw) Die Gemeinde Dossenheim muss r√ľckwirkend zum 01. Januar 2013 nun deutlich mehr Mittel f√ľr die Unterbringung und Pflege von herrenlosen Tieren aufbringen als bisher. Nach Pr√ľfung der Forderung des Heidelberger Tierheims, wo Fundtiere aus der Gemeinde seit mehreren Jahren untergebracht werden, stimmte der Gemeinderat in seiner gestrigen Sitzung dem erh√∂hten Kostenaufwand zu. Das Tierheim hatte, statt einer bisherigen Pauschale pro Tier, nun einen Pauschalbetrag pro Einwohner der Gemeinde von 0,50 Euro verlangt. In vielen Nachbargemeinden wird diese Form der einwohnerbezogenen Abrechnung bereits durchgef√ľhrt. In den anderen soll die Umstellung zeitnah erfolgen. Denn das Tierheim k√§mpft mit einem Defizit in der Kostendeckung. Und das bereits seit Jahren. [Weiterlesen…]

Dossenheim: Polizei bittet um Hinweise

Labradorwelpe stirbt an ausgelegten Giftködern

Dossenheim/Schriesheim/Rhein-Neckar, 09. Mai 2012. (red) Die Polizei hat auf Anfrage best√§tigt, dass Giftk√∂der sichergestellt worden sind, nachdem ein Hund eingegangen ist. Am Montag ist ein 12 Wochen alter Welpe nach Aufnahme von vergifteter Fleischwurst j√§mmerlich zugrunde gegangen. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig – die Konsequenzen sind vermutlich „erb√§rmlich“.

Von Hardy Prothmann

Wer tut so etwas? Wer ist so feige? So hinterh√§ltig? Der 12 Wochen alte Labrador-Welpe hatte keine Chance. Bei einem Spaziergang am Montagvormittag hat der junge Hund im Feldgebiet zwischen Dossenheim und Schriesheim (verl√§ngerte Schriesheimer Stra√üe) Fleischwurst gefunden und gefressen. Doch diese war mit „blauen K√ľgelchen“ pr√§pariert – vermutlich Kunstd√ľnger.

Die 45-jährige Besitzerin des kleinen Hundes hat die Aufnahme gegen 10:30 Uhr nicht bemerkt. Drei Stunden später erbricht sich der Hund.

Eine halbe Stunde später geht die Frau mit dem Welpen nochmals Gassi. Plötzlich röchelt dieser, bricht zusammen, entleert sich und verendet. Ein Tierarzt in einer nahe gelegenen Praxis kann nichts mehr tun Рnur noch den Tod des jungen Hundes feststellen.

Die Frau ist fassungslos. Trotzdem hat sie die Kraft, das Erbrochene zu untersuchen. Sie entdeckt darin „blaue K√∂rner“ und geht mit Bediensteten der Tierarztpraxis erneut in das Feldgebiet, in dem der Hund die Wurstst√ľcke aufgenommen haben muss.

Dabei werden laut Angaben der Polizei weitere mit blauen K√∂rnern vergiftete Fleischst√ľcke aufgefunden und beseitigt.

Um welche Art Gift es sich handelt, konnte die Polizei noch nicht feststellen. Das Polizeirevier Heidelberg-Nord hat die Ermittlungen aufgenommen, Proben der vergifteten St√ľcke sichergestellt und diese einer Untersuchung zugeleitet.

Die Polizei best√§tigt auf Anfrage, dass man grunds√§tzlich ermittle, vermutlich wegen Tierqu√§lerei. Doch der Sachverhalt sei schwierig. Selbst wenn man den Schuldigen ausfindig macht – wof√ľr kann er angeklagt werden? F√ľr das Wegwerfen von Nahrungsmitteln? Auch von „pr√§parierten“? Wollte er alle Hunde vergiften oder nur den jungen Labrador-Welpen?

Und √ľberhaupt, ein Hund ist als Haustier juristisch gesehen eine „Sache“. Der qualvolle Tod des jungen Welpen ist also eine Art Sachbesch√§digung. Aber es ist keine Tasse kaputt gegangen, sondern ein geliebtes Tier ist qualvoll verreckt.

Ob man den T√§ter je findet? Vermutlich nicht. Und wenn, ist eine staatliche Strafverfolgung eher nicht „abschreckend“. Es k√∂nnte eine zivilrechtliche Klage erhoben werden. „Schadensersatz“ gefordert werden.

Das macht den jungen Hund nicht wieder lebendig. Und lindert auch nicht den Schock, den die Frau erlitten hat, als der kleine Hund jämmerlich zugrunde ging.

Und es hilft auch nichts, dass nach unseren Recherchen viel Panik mit angeblich vergifteten K√∂dern gemacht wird. Vor kurzem machte das Ger√ľcht in Viernheim die Runde. Tats√§chlich war nichts dran an der „Story“ – insgesamt ist das Delikt so unbedeutend, dass die Polizei keine Statistik dazu f√ľhrt.

Trotzdem gibt es diese F√§lle – wie aktuell durch die Polizei best√§tigt, dass irgendwer vergiftete K√∂der auslegt, um wahllos Tiere zu t√∂ten und Menschen Leid zuzuf√ľgen.

Die Sachbearbeiter der Polizei erbitten sachdienliche Hinweise unter Tel.-Nr. 06221/4569-0.