Samstag, 23. Juni 2018

Zus├Ątzliche Ausgaben im Jahr 2013: 3.875,50 Euro

Herrenlose Tiere kosten die Gemeinde ab sofort deutlich mehr

Dossenheim/Heidelberg, 10. April 2013. (red/aw) Die Gemeinde Dossenheim muss r├╝ckwirkend zum 01. Januar 2013 nun deutlich mehr Mittel f├╝r die Unterbringung und Pflege von herrenlosen Tieren aufbringen als bisher. Nach Pr├╝fung der Forderung des Heidelberger Tierheims, wo Fundtiere aus der Gemeinde seit mehreren Jahren untergebracht werden, stimmte der Gemeinderat in seiner gestrigen Sitzung dem erh├Âhten Kostenaufwand zu. Das Tierheim hatte, statt einer bisherigen Pauschale pro Tier, nun einen Pauschalbetrag pro Einwohner der Gemeinde von 0,50 Euro verlangt. In vielen Nachbargemeinden wird diese Form der einwohnerbezogenen Abrechnung bereits durchgef├╝hrt. In den anderen soll die Umstellung zeitnah erfolgen. Denn das Tierheim k├Ąmpft mit einem Defizit in der Kostendeckung. Und das bereits seit Jahren. [Weiterlesen…]

Dossenheim: Polizei bittet um Hinweise

Labradorwelpe stirbt an ausgelegten Giftk├Âdern

Dossenheim/Schriesheim/Rhein-Neckar, 09. Mai 2012. (red) Die Polizei hat auf Anfrage best├Ątigt, dass Giftk├Âder sichergestellt worden sind, nachdem ein Hund eingegangen ist. Am Montag ist ein 12 Wochen alter Welpe nach Aufnahme von vergifteter Fleischwurst j├Ąmmerlich zugrunde gegangen. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig – die Konsequenzen sind vermutlich „erb├Ąrmlich“.

Von Hardy Prothmann

Wer tut so etwas? Wer ist so feige? So hinterh├Ąltig? Der 12 Wochen alte Labrador-Welpe hatte keine Chance. Bei einem Spaziergang am Montagvormittag hat der junge Hund im Feldgebiet zwischen Dossenheim und Schriesheim (verl├Ąngerte Schriesheimer Stra├če) Fleischwurst gefunden und gefressen. Doch diese war mit „blauen K├╝gelchen“ pr├Ąpariert – vermutlich Kunstd├╝nger.

Die 45-j├Ąhrige Besitzerin des kleinen Hundes hat die Aufnahme gegen 10:30 Uhr nicht bemerkt. Drei Stunden sp├Ąter erbricht sich der Hund.

Eine halbe Stunde sp├Ąter geht die Frau mit dem Welpen nochmals Gassi. Pl├Âtzlich r├Âchelt dieser, bricht zusammen, entleert sich und verendet. Ein Tierarzt in einer nahe gelegenen Praxis kann nichts mehr tun – nur noch den Tod des jungen Hundes feststellen.

Die Frau ist fassungslos. Trotzdem hat sie die Kraft, das Erbrochene zu untersuchen. Sie entdeckt darin „blaue K├Ârner“ und geht mit Bediensteten der Tierarztpraxis erneut in das Feldgebiet, in dem der Hund die Wurstst├╝cke aufgenommen haben muss.

Dabei werden laut Angaben der Polizei weitere mit blauen K├Ârnern vergiftete Fleischst├╝cke aufgefunden und beseitigt.

Um welche Art Gift es sich handelt, konnte die Polizei noch nicht feststellen. Das Polizeirevier Heidelberg-Nord hat die Ermittlungen aufgenommen, Proben der vergifteten St├╝cke sichergestellt und diese einer Untersuchung zugeleitet.

Die Polizei best├Ątigt auf Anfrage, dass man grunds├Ątzlich ermittle, vermutlich wegen Tierqu├Ąlerei. Doch der Sachverhalt sei schwierig. Selbst wenn man den Schuldigen ausfindig macht – wof├╝r kann er angeklagt werden? F├╝r das Wegwerfen von Nahrungsmitteln? Auch von „pr├Ąparierten“? Wollte er alle Hunde vergiften oder nur den jungen Labrador-Welpen?

Und ├╝berhaupt, ein Hund ist als Haustier juristisch gesehen eine „Sache“. Der qualvolle Tod des jungen Welpen ist also eine Art Sachbesch├Ądigung. Aber es ist keine Tasse kaputt gegangen, sondern ein geliebtes Tier ist qualvoll verreckt.

Ob man den T├Ąter je findet? Vermutlich nicht. Und wenn, ist eine staatliche Strafverfolgung eher nicht „abschreckend“. Es k├Ânnte eine zivilrechtliche Klage erhoben werden. „Schadensersatz“ gefordert werden.

Das macht den jungen Hund nicht wieder lebendig. Und lindert auch nicht den Schock, den die Frau erlitten hat, als der kleine Hund j├Ąmmerlich zugrunde ging.

Und es hilft auch nichts, dass nach unseren Recherchen viel Panik mit angeblich vergifteten K├Âdern gemacht wird. Vor kurzem machte das Ger├╝cht in Viernheim die Runde. Tats├Ąchlich war nichts dran an der „Story“ – insgesamt ist das Delikt so unbedeutend, dass die Polizei keine Statistik dazu f├╝hrt.

Trotzdem gibt es diese F├Ąlle – wie aktuell durch die Polizei best├Ątigt, dass irgendwer vergiftete K├Âder auslegt, um wahllos Tiere zu t├Âten und Menschen Leid zuzuf├╝gen.

Die Sachbearbeiter der Polizei erbitten sachdienliche Hinweise unter Tel.-Nr. 06221/4569-0.