Donnerstag, 21. September 2017

Geprothmannt

Lektion erteilt bekommen

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Chefredakteur Hardy Prothmann kommentiert regelm√§√üig in seiner Kolumne „Geprothmannt“ aktuelle Ereignisse.

Rhein-Neckar/Mannheim, 24. Juni 2013. (red) Vor gut einer Woche ist Chefredakteur Hardy Prothmann fast sich selbst „auf den ersten Blick“ aufgesessen, obwohl er eigentlich wei√ü, dass eine Bewertung auf den ersten Blick nicht immer den tats√§chlichen Umst√§nden entspricht. Die wahre Begebenheit ist ein Lehrst√ľck, das bestimmt jedem mal so oder √§hnlich widerf√§hrt, wenn man bereit ist, eine Lektion erteilt zu bekommen. [Weiterlesen…]

Das aussterbende Sch√ľlerVZ wird abgeschaltet

Ausgegruschelt

Rhein-Neckar, 11. April 2013 (red/ms) In den letzten Jahren hat das Sch√ľlerVZ mehr als vier Millionen Mitglieder verloren. Nachdem die Massen zu Facebook abwanderten, sind nur noch 200.000 Benutzer bei der Seite angemeldet. Darunter sind so viele gef√§lschte Profile, dass das Netzwerk von vielen als „FakeVZ“ verspottet wird. Jetzt soll dem ein Ende bereitet werden. Auf der Website verk√ľnden die Betreiber: „Wir machen‚Äôs kurz: Es ist vorbei. sch√ľlerVZ wird am¬†30. April 2013¬†geschlossen. F√ľr immer.

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R√∂merman: Blick zur√ľck nach vorn

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Timo Bracht (links) im Duell mit Helge M√ľtschard am "brutalen" Aufstieg in Dossenheim.

Ladenburg/Rhein-Neckar, 25. Juli 2011. (red) Der Ladenburger Triathlon „R√∂merman“ ist eine wirklich tolle Veranstaltung. Aber nichts ist so gut, dass man es nicht verbessern kann. Sportlich gesehen geh√∂rt die Kritik dazu. Und der Blick zur√ľck nach vorn.

Von Hardy Prothmann

Kompliment an die Organisatoren und die vielen Helferinnen und Helfer. G√ľnter Bl√§√ü (der auch CDU-Stadtrat ist) und sein 500-k√∂pfiges Team (!) haben den R√∂merman wieder einmal sehr gut organisiert. Das ist f√ľr einen lokalen Verein wie die LSV eine absolute Herausforderung, aber eine, die in guter Zusammenarbeit auch mit den Beh√∂rden (Verkehrsbeh√∂rden, Polizeien, usw) gemeistert wird.

Das ist top und wird von allen geschätzt Рvon den Athleten und den Gästen.

Das kann man gerne loben – aber bitte nicht „voll des Lobes“ wie das immer so „sch√∂n“ in der Zeitung hei√üt. Man kann sich auch mit dem auseinandersetzen, was besser sein k√∂nnte. Denn das hei√üt „Kritik“ w√∂rtlich √ľbersetzt: sich mit einer Sache auseinandersetzen.

F√ľr mich war es der zweite R√∂merman. Das ladenburgblog ist ja bekanntlich ein junges Medium in der Stadt und im Februar 2010 gestartet. Mit dem Start war eigentlich alles f√ľr unser kleines Team in Ladenburg neu, mittlerweile kennen wir uns ganz gut aus und wissen auch einigerma√üen √ľber den R√∂merman und Triathlon Bescheid.

Der beste Reporter ist aber nicht der, der so tut, als w√ľsste er alles, sondern der, der wie ein Zuschauer denkt, sieht und h√∂rt.

Ein guter Reporter kommt wie ein Gast, um einfach beim Event dabei zu sein. Um zu schauen, die Atmosph√§re zu sp√ľren, Leute zu treffen, sich auszutauschen.

Und dann f√ľr die Menschen zu berichten.

Randsport vs. Breitensport

Triathlon ist was anderes als ein Fu√üball- oder Handballspiel. So wie man sogar heute noch Leuten beim weltweit erfolgreichsten Sport, dem Fu√üball, die Abseitsregeln erkl√§ren muss, umso mehr „Erkl√§rungsbedarf“ haben „Randsportarten“.

Dabei ist Triathlon auf dem besten Weg ein „Breitensport“ zu werden. Nicht in der ganz harten Variante wie ein Timo Bracht oder eine Jenny Schulz und die anderen Top-Athleten ihn betreiben. Aber doch ein Sport f√ľr jung und alt. Das sieht man an den gut 800 Teilnehmern beim Fitnesstriathlon und den „R√∂mer-Kids“.

Und hier fehlt in meinen Augen ein zweiter Fokus auf den Nachwuchs und die Nicht-Top-Sportler, die sich aber mit aller Hingabe diesem Sport widmen. Das sieht man allein an den Ver√∂ffentlichungen der R√∂merman-Organisatoren selbst: Es geht nur um Spitzensport, „Zugpferde“, Top-Leute. Alles andere kommt zu kurz.

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Timo Bracht passiert die Versorgungstelle, "krallt" sich einen Becher. Der Top-Sportler braucht K√ľhlung.

Und es fehlt wie bei den allermeisten Vereinen eine ordentliche √Ėffentlichkeitsarbeit – dabei ist die √§u√üerst wichtig. Meist macht das irgendjemand, der „gerne liest“ oder „ganz gut schreiben“ kann. Leider aber meist ein Laie und keiner, der wirklich wei√ü, was er tut. Der sich richtig gut auskennt. Eine sehr gute √Ėffentlichkeitsarbeit ist bei gro√üen Unternehmen l√§ngst selbstverst√§ndlich, in der Politik sowieso und auch Verwaltungen erkennen hier und da schon die Bedeutung.

Was ist zu tun?

Und selbst wenn man die Bedeutung erkannt hat – was ist zu tun? Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Meist greift man auf lokale Kontakte zur√ľck und gibt sich mit Lokalbl√§ttchen und – wenn vorhanden – einem lokalen Sender zufrieden, nimmt den Moderator, den man schon immer hatte. Man machts halt, wie mans kennt.

Irgendwie absurd РTriathlon ist eine Sport, einer, den Menschen machen, aber er ist auch High-Tech. Bestes Gerät und industrielle Produkte kommen zum Einsatz.

Die Jugend hat nichts mit Lokalbl√§ttchen und Spartenkan√§len zu tun, die √ľberwiegend f√ľr Rentner senden. Die Jugend ist im Internet. Die allermeisten Menschen sind heute im Internet und dort zunehmend in sozialen Netzwerken. Bevor die Nachrichten in den Lokalbl√§ttchen landen oder im Spartensender ausgestrahlt werden, sind sie schon l√§ngst im Internet √∂ffentlich.

Weltweit ist Twitter mittlerweile einer der schnellsten "Nachrichtendienste" - der Dienst ist kostenlos, einfach zu bedienen und stellt eine gro√üe √Ėffentlichkeit her. Wer ihn nicht nutzt, handelt schon fast fahrl√§ssig.

Der „R√∂merman“ ist im Gegensatz zu anderen Vereinsangeboten im eigenen Internetangebot sehr umfangreich abgebildet – aber absolut uninteressant aufgemacht. Es reicht eben nicht, Informationen einzustellen, man muss sie auch pr√§sentieren, einordnen, darstellen. Lust darauf machen. Daf√ľr braucht es Ideen und Konzepte.

Viele Möglichkeiten Рharte Konkurrenz

Hier gibt es so viele M√∂glichkeiten, von denen fast keine genutzt wird. Das ist schade und bedauerlich und auf mittlere Sicht sogar gef√§hrlich. Denn die, die sich auf der Informationsseite am besten aufstellen, werden k√ľnftig das „Rennen“ machen. Die schnellen, gut trainierten. Und garantiert nicht die, die sagen: „Des h√§mmer frieher so gemacht un mache des morje ah so.“

Die Konkurrenz ist gro√ü – alle Veranstalter merken das. Der R√∂merman 2011 war l√§ngst nicht so gut besucht wie 2010 (davor wissen wir das nur vom „H√∂rensagen“, waren selbst nicht dabei). Aufs Wetter kann man es nicht schieben – das hat gehalten. Und eigentlich hatte man mit Timo Bracht einen Top-Star im Rennen – aus Waldbrunn im benachbarten Neckar-Odenwald-Kreis und von einem Mannheimer Team.

Die Kritik ist wohlwollend gemeint – der „R√∂merman“ ist eine super Veranstaltung und wir f√§nden es sch√∂n, im Sinne aller Beteiligten, wenn das auch k√ľnftig der Fall sein wird.