Dienstag, 21. November 2017

Gemeinderat bef√ľrwortet Ausbau von weiteren Ganztagespl√§tzen

Mehr Zuschuss f√ľr den Tr√§ger, mehr Betreuung f√ľr die Kinder

Dossenheim, 10. April 2014. (red) Die Gemeinde wird Kindergarten und Krippe der katholischen Kirchengemeinde k√ľnftig h√∂her bezuschussen. Die Ank√ľndigung der Gemeinde, die Anzahl der Pl√§tze f√ľr Ganztagskinder ab dem Kindergartenjahr 2014/2015 zu erh√∂hen, fand bei Verwaltung sowie Gemeinderat gro√üen Anklang. An den daf√ľr n√∂tigen Umbauma√ünahmen wird sich die Gemeinde mit 24.000 Euro beteiligen. [Weiterlesen…]

Journalist vs. katholische Kirche

Geprothmannt: Solidarität mit Aigner

Der Regensburger Dom – Sinnbild der Meinungsverachtung und des Schweigegelds. Quelle: Regensburg-digital.de

Rhein-Neckar/Regensburg, 24. September 2012. (red) Der Regensburger Journalist Stefan Aigner ist jemand, der genau hinschaut. Jemand, der sich um Opfer k√ľmmert. Jemand, der die l√§ngst vergessene Kunst der Sozialreportage im Lokalen wieder aufleben l√§sst. Jemand, dem es nicht egal ist, ob man „Streumunition“ als „intelligente Wirksysteme“ bezeichnet. Und immer wieder wird der Journalist von Konzernen verklagt: Ob von Waffenfabrikanten wie „Diel“, ob von Glaubensfabrikanten wie der „Di√∂zese Regensburg“ oder von einer XXL-M√∂belfabrikantenkette. Die katholische Kirche will Stefan Aigner exkommunizieren und geht bis vors weltlich j√ľngste Gericht. Der Glaubenskonzern will dem Regensburger Journalisten verbieten lassen, im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch Geldzahlungen als „Schweigegeld“ zu bezeichnen.

Von Hardy Prothmann

Die Di√∂zese Regensburg hat die Widerw√§rtigkeit als Glaubensprinzip entdeckt. Der juristische Glaubenskampf eines Bischofs M√ľller ist an Erb√§rmlichkeit nicht zu √ľberbieten. √úber Jahrzehnte¬† hat die katholische Kirche den Missbrauch von Schutzbefohlenen „gedeckt“.

Der Skandal des mannigfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern Jugendlichen durch katholische Priester oder sonstige Angestellte dieser Kirche hat nicht nur die Glaubensgemeinde, sondern das ganze Land ersch√ľttert. Eine glaubhafte Aufkl√§rung durch die Verantwortlichen hat nicht stattgefunden. Die Missbrauchsopfer wurden durch diese Kirche nochmals verh√∂hnt und √∂ffentlich vergewaltigt.

„Beigeschmack“

Der Regensburger Journalist Stefan Aigner hat sich vor Ort „um das Thema gek√ľmmert“. Und Zahlungen an ein vergewaltiges Opfer als „Beigeschmack von Schweigegeld“ bezeichnet. Wie auch der Spiegel. Das Magazin formulierte h√§rter: Schweigen gegen Geld. Von „Beigeschmack“ ist da keine Rede.

Die Di√∂zese Regensburg hat im Zuge des „fliegenden Gerichtsstands“ dann in Hamburg gegen Spiegel und Aigner geklagt. „Fliegender Gerichtsstand“ meint – da das Internet √ľberall ist, sucht man sich das Gericht aus, bei dem man sich die besten „Chancen“ ausrechnet. Was das √ľber eine Gerichtsbarkeit „im Namen des Volkes“ aussagt, soll hier nicht debattiert werden.

Das Landgericht Hamburg hat erwartungsgem√§√ü sowohl den Spiegel als auch Aigner verurteilt, die Behauptung von „Schweigegeldzahlungen“ zu unterlassen. Doch das Oberlandesgericht hat das Urteil des Landgerichts kassiert. Das passiert oft, aber nur, wenn man es sich leisten kann. Stefan Aigner konnte das, weil er rund 10.000 Euro Spendengelder einwerben konnte, um sich zu wehren. Sonst w√§re er ruiniert gewesen. Im Sinne der Kirche. Denn Aigner hatte vorher versucht, eine Einigung zu erzielen. Sowas wollte das Bistum nicht. Bischof M√ľller steht f√ľr Inquisition.

Verfassungsbeschwerde gegen „Schweigegeld“

Gegen das Urteil des Oberlandesgericht hat die Di√∂zese Regensburg nun laut einem Bericht von regensburg-digital.de „Verfassungsbeschwerde“ eingelegt. Bischof M√ľller als Verantwortlicher will also vom h√∂chsten deutschen Gericht kl√§ren lassen, ob Zahlungen an die Familie eines von einem katholischen Priester zweifelsfrei missbrauchten Jungen als „Schweigegeld“ bezeichnet werden darf oder nicht.

Abseits jeder juristischen „Einordnung“ macht das fassungslos. Jede Scham fehlt. Jedes Schuldbewusstsein. Jede Verantwortlichkeit. Selbst wenn es kein Schweigegeld gewesen w√§re, vermisst man bis heute Demut und Anstand bei der Di√∂zese Regensburg. Vielleicht „stinkt der Kopf vom Fisch her“ hier besonders von der Person M√ľller, aber insgesamt ist das Verhalten der katholischen Kirche in Sachen Aufkl√§rung in ganz Deutschland auf ungl√§ubiges Entsetzen gesto√üen.

Um auch das festzustellen: Die „ungeheuerliche“ Klage richtet sich allein gegen einen gro√üen Verlag, den Spiegel und gegen einen freien Journalisten, Stefan Aigner. Auch das erstaunlich oder auch nicht. Die vor Ort „etablierte Presse“ hat entweder gar nicht oder im Sinne der Kirche berichtet. Eine kritische Berichterstattung hat es hier nicht gegeben. Vor Ort soll alles seinen Gang gehen wie immer, Kritik ist nur „in Ma√üen“ erw√ľnscht, was sich h√§ufig in Ma√übierberichterstattung best√§tigt, die Tageszeitungen bedienen teuer bezahlende Kunden gut und der Rest findet nicht statt.

Regensburg ist √ľberall

Regensburg ist √ľberall. Genau wie Heddesheim, Ilvesheim oder Weinheim. Was anders ist: Es gibt neue, freie und unabh√§ngige journalistische Angebote. Die sich trauen, hintergr√ľndig zu berichten. Und immer √∂fter finden sie Themen, die deutschlandweit Interesse finden, w√§hrend Lokalzeitungen in ihrer Instant-Bratwurst-So√üe schwimmen. Im Gegensatz zu denen, die sich nichts in den Block diktieren lassen, sondern auf dem Blog anprangern, was schief l√§uft.

Teilen Sie diesen Artikel, informieren Sie Ihre Freunde und Bekannten √ľber neue M√∂glichkeiten. Fragen Sie sich, was Ihrer Meinung nach „√∂ffentlich“ sein muss. Informieren Sie wirklich kritische Journalisten. Helfen Sie mit Ihrem Interesse Stefan Aigner – denn der macht das nicht f√ľr sein Bankkonto, sondern aus √úberzeugung. Ich halte ihn f√ľr einen ganz herausragenden Journalisten, der mit Herzblut und einer nach Artikel 5 Grundgesetz bestimmten Haltung eine St√ľtze unserer Demokratie ist. Einen Preis wird er f√ľr seine engagierte Arbeit vermutlich nie gewinnen. Denn er ist kein Teil des „Print-Preis-Systems“, das sich nur selbst huldigt.

 

 

 

Katholikentag: Bringt Mannheim die Reformer voran?

Geprothmannt: Der Aufbruch der ängstlich Selbstbewussten

Mannheim/Rhein-Neckar, 21. Mai 2012. (red) Das Alternativprogramm zum Katholikentag in Mannheim war ein voller Erfolg. Die Kritik der Reformer wurde von den Medien transportiert und die gro√üe Zahl der Besucher zeigt, wie gro√ü das Bed√ľrfnis nach √Ąnderungen innerhalb der katholischen Glaubensgemeinde ist. Doch darf man sich nicht allzu viele Hoffnungen machen – die streng-konservativen Haltungen versteifen sich gerade durch die Reformrufe noch mehr.¬†

Von Hardy Prothmann

Wer von au√üen auf die katholische Kirche schaut, kann nur mit dem Kopf sch√ľtteln: Der Umgang mit den Skandalen um sexuellen Missbrauch ist erb√§rmlich. Der Z√∂libat ein Anachronismus ohne jeden Sinn – und in der Praxis h√§ufig gebrochen. Die Missachtung der Frauen in der Kirche unglaublich. Die Arroganz der „Fachleute“ gegen√ľber den „Laien“ l√§cherlich. Und die √ľberall schwelende Drohkulisse einfach nur widerw√§rtig.

Damit sind nur einige, wenn auch wesentliche Punkte deutlich kritisiert, die in der katholische Kirche schon lange nicht mehr und vermutlich noch nie gestimmt haben. Andererseits ist die römisch-katholische Kirche eine Gemeinschaft von religiös Gläubigen, deren Glauben an sich selbstverständlich zu achten ist, sofern es sich dabei um eine freie Willensentscheidung handelt und andere nicht zu schaden kommen.

Katholisch vs. modern

Klare Worte - klare Forderungen. Der √∂sterreichische Pfarrer Helmut Sch√ľller ist Kopf einer Reformbewegung.

Und die vielen ehrbaren Menschen, die sich im weitverzweigten System der Kirche f√ľr andere engagieren, machen sich um das Gemeinwohl verdient, sind eine wichtige St√ľtze einer funktionierenden Gemeinschaft. Aber die Herausfordungen, an einem modernen Leben teilzunehmen und gleichzeitig „sehr katholisch“ im Sinne von konservativ zu sein, sind manchmal fast un√ľberwindbar. Deswegen verlieren die Kirchen und insbesondere die katholische immer mehr Mitglieder.

Die Strategie der Konservativen, sich noch mehr auf die Traditionen zu berufen, das Netz immer enger und hierarischer zu ziehen, sich keinen Schritt zu einer √Ėffnung hin zu bewegen, geht nicht auf, obwohl es zun√§chst so scheint. Die Hardliner scharen andere Hardliner um sich, im „Glauben fest verbunden“. Gleichzeitig schotten sie sich von anderen ab. Zun√§chst wirkt die „Geschlossenheit“ sehr stark, denn es gibt immer noch gut 27.000 Millionen Menschen in Deutschland, die als Religion „katholisch“ im Pass stehen haben.

Aufbruch vs. Stillstand

Tats√§chlich gehen aber nur noch 12 Prozent davon, also rund drei Millionen regelm√§√üig in die Kirche. Tendenz weiter stark fallend. Es gibt immer mehr alte Menschen, die sich weniger in die Kirche einbringen k√∂nnen, als nunmehr Leistungen von der Kirche erwarten. Wer sich heute als junger Mensch f√ľr ein Engagement in der katholischen Kirche entschlie√üt, ist eher ein wertkonservativer Typ, statt ein weltoffener. Auf der Suche nach Orientierung gibt es da einige junge Menschen – aber lange nicht genug, um die zu ersetzen, die der Kirche den R√ľcken kehren. Der beim Kirchentag propagierte Aufbruch hat den Stillstand als Ziel, nicht die Entdeckung einer neuen Zeit.

Fatalerweise haben sich kritische Geister, die fundamental die Kirchenstrukturen angegangen sind, irgendwann abgewandt, als sie merkten, dass die Starre nicht zu bewegen ist. Die Folge ist Stillstand, sagt der Chefredakteur von Publik-Forum, Dr. Wolfgang Kessler:

In der Vergangenheit hatten die Hardliner ein leichtes Spiel, wenn die Unbequemen selbst gegangen oder gegangen worden sind.

Die Starre ist weiter starrk√∂pfig, aber es gibt eine neue, kritische Bewegung aus der Mitte der Gl√§ubigen heraus. Mit teils √ľber 1.000 Teilnehmern bei Programmpunkten des Alternativprogramms haben die Veranstalter, Wir sind Kirche, Initiative Kirche von unten und die christliche Zeitschrift Publik-Forum ein enormes Interesse gefunden.

Allein zur Auftaktpressekonferenz erschienen 25 Medienvertreter, darunter ARD und ZDF, wie auch ORF, große Zeitungen und die Agenturen:

Das war ein Echo Рvon den Medien wie den Teilnehmern, das wir so nicht erwartet haben, was uns aber enorm freut, weil es klar macht, wie dringend die Mitte der Gläubigen endlich Reformen will.

Nach Ansicht von Wolfgang Kessler haben die Kirchenoberen seit 1997, als es ein Kirchenvolksbegehren mit 1,7 Millionen Unterschriften gegeben hat, die Forderungen nach Reformen gezielt untergraben. Bis 2010 die Missbrauchsskandale umso deutlicher machten, dass so vieles nicht mehr stimmt, in dieser „ehrenwerten“ Gemeinschaft.

Die Probleme sind öffentlich geworden und bleiben das solange, bis sie gelöst sind.

Das Kirchenvolksbegehren will die Abschaffung des Z√∂libats, Frohe Botschaften statt Drohbotschaften, Frauen als Priesterinnen, eine unverkrampfte Sexualmoral und die Beteiligung der Laien in der Kirche. Nichts davon ist seit 1997, also seit immerhin 15 Jahren Wirklichkeit geworden. Der Druck auf die Kirche w√§chst, weil selbst √§ltere Gl√§ubige nicht vom Glauben abfallen, wohl aber von den starren Strukturen. Und sei es nur durch den √ľberall bemerkbaren Priestermangel.

Sprachlosigkeit vs. Selbstbewusstsein

Chefredakteur Kessler: "Viele sind immer noch ängstlich."

Die Kirchenoberen reden von Dialog, diktieren aber die Inhalte und wer reden darf. Das steht in krassem Gegensatz zu Entwicklungen in Wirtschaft und Politik und Forschung. Die Basis rumort, wenn auch oft noch ängstlich.

Der Grund darin liegt sicherlich in einer gro√üen Sprachlosigkeit. Denn die Profis haben den Laien immer gesagt, wo es langgeht. F√ľr die blieb ein Ja und Amen.

Vorbilder wie Friedhelm Hengsbach und seit einigen Jahren der einnehmende √Ėsterreicher Helmut Sch√ľller stellen aber das alte System in Frage. Sch√ľller hat schon mehrere hundert Pfarrer in einer Initiative hinter sich, die den echten Dialog, eine echte √Ėffnung fordern. Auch in Irland haben sich rund 80 Pfarrer angeschlossen.

Und Sch√ľller ist nicht umsonst so prominent. Er redet klar und verst√§ndlich und vor allem: Verbindlich. Er ist kein linker Revoluzzer, sondern ein verdienter Theologe, seri√∂s und sprachgewandt. Er fordert Debatten und die √Ėffnung f√ľr die Medien, um √Ėffentlichkeit herzustellen.

Es fehlen die selbstbewussten Frauen

Die Initiative der Pfarrer, die Herr Sch√ľller organisiert, setzt die Kirche unter Druck. Alternativprogramme wie zum Katholikentag in Mannheim verschaffen √Ėffentlichkeit und st√§rken eine √∂ffentliche Debatte und zeigen eine noch zaghafte Rebellion an. Getragen wird sie vor allem durch eine Generation 50 plus, wie der Journalist Kessler feststellt.

Leider fehlen der Reformbewegung starke Frauen – die hatten ja bislang auch in der katholischen Kirche nichts zu sagen. Stattdessen werden sie in kirchlichen Organisationen zudem √ľber Billigl√∂hne ausgebeutet und durch das kircheneigene Arbeitsrecht immer wieder unter Druck gesetzt.

Wenn die Frauen aber beginnen, f√ľr sich Rechte zu formulieren und einzufordern, dann beginnt eine Revolution, die Bewegung in die katholische Kirche bringt.

Alle Artikel zum Katholikentag finden Sie hier.

„Was ist drin, im Rucksack?“

Mannheim/Rhein-Neckar, 21. Mai 2012. (red) Wir dokumentieren die Rede des renommierten Sozialethikers Friedhelm Hengsbach SJ vom 17. Mai 2012 in der Mannheimer Johanniskirche. Anl√§sslich des Katholikentages 2012 in Mannheim befasste sich der Jesuit mit dem „Aufbruch“, dem Weg aus der Krise der katholischen Kirche.

Friedhelm Hengsbach fordert eine politische Dimension im Zusammenhang mit Glauben – Politik als Sache der Gemeinschaft, als Hinwendung und Engagement. Die Umsetzung des Glaubens im Handeln. Er sagt:

Glaube ist Praxis und nicht irgendein Kult oder was die Kirche uns zu glauben lehrt.

Der 74 Jahre alte Friedhelm Hengsbach ist ein √§lterer Herr, der √ľberhaupt nicht wie ein „Revoluzzer“ wirkt. Seine Rede ist wohl formuliert und er tr√§gt sachte und √ľberlegt vor. Die Inhalte seiner Rede aber fordern eine Reformation, die aus Sicht der katholischen Kirche eine Revolution sein wird. Und wenn die Kirchenoberen nicht mitmachen, dann sollen die Gl√§ubigen den Umbau hin zu einer modernen Kirche selbst in die Hand nehmen.

Die Videos der Rede sowie das Redemanuskript finden Sie hier auf dem Rheinneckarblog.de.

Unsere Berichte dazu erscheinen auf dem Rheinneckarblog.de

Katholikentag in Mannheim

Auftaktveranstaltung zum 98. Katholikentag in Mannheim.

Die evangelische Mannheimer Johanniskirche ist √∂kumenisches Zentrum f√ľr das Alternativprogramm zum Katholikentag 2012.

Mannheim/Rhein-Neckar, 17. Mai 2012. Auf dem Rheinneckarblog.de, unserer Seite f√ľr die Region, finden Sie eine umfangreiche Berichterstattung zum Katholikentag 2012. Da die anderen Medien √ľberwiegend zum „offiziellen“ Programm berichten, konzentrieren wir uns auf das Alternativprogramm mehrerer Gruppen wie „Kirche von unten“, die dringend Reformen in der katholischen Kirche fordern.

Der Katholikentag wird vom Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) veranstaltet und steht unter dem Motto „Einen neuen Aufbruch wagen“. Rund 30.000 Katholiken haben sich fest f√ľr das Event bis Sonntag angemeldet, weitere 30.000 Besucher werden erwartet. Die katholische Kirche pr√§sentiert sich von „ihrer besten Seite“ – tats√§chlich hat die Kirche enorme Probleme und seit 2010 durch die Aufdeckung von hunderten sexueller Missbr√§uche viele Mitglieder verloren. Auch die mangelhafte Aufkl√§rung hat der Kirche Schaden zugef√ľgt und die „Glaubw√ľrdigkeit“ ersch√ľttert.

Weitere Problemfelder sind der Z√∂libat, der Umgang mit Schwulen und Lesben, der Ausstieg aus der Schwangerschaftsberatung, der Umgang mit Geschiedenen, Repressionen von Angestellten, Niedriglohnskandale und ein grassierender Personalmangel – immer weniger junge M√§nner interessieren sich f√ľr das Priesteramt, was sicher mit den starren inneren Strukturen der Kirche zu tun hat.

Weltweit ist die katholische Kirche mit 1,2 Millionen Angestellten einer der gr√∂√üten Arbeitgeber. Auch in Deutschland sind beide Kirchen nach dem Staat der gr√∂√üte Arbeitgeber. Das Verm√∂gen der katholischen Kirche in Deutschland wird auf 270 Milliarden Euro gesch√§tzt. Der Katholikentag kostet rund acht Millionen Euro. 3,5 Millionen Euro erh√§lt die Kirche dabei an staatlichen Zusch√ľssen.

Das Alternativprogramm wird mit privaten Spendengeldern ohne jegliche staatlichen Zusch√ľsse organisiert und findet √ľberwiegend in der Johanniskirche Mannheim-Lindenhof statt. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist kostenlos.

Die Sprecher des Alternativprogramms (von links) Wystrach, Hengsbach, Kessler, Göhrig, Weisner bei der Pressekonferenz. Klicken Sie auf das Foto, um zum Artikel auf dem Rheinneckarblog zu gelangen.

 

Am Donnerstag hat Friedhelm Hengsbach SJ um 14:00 Uhr eine „Brandrede“ gehalten: „Eure Sorgen m√∂cht ich haben – worum es wirklich geht“. Am Freitag spricht Eugen Drewermann √ľber „Wege zur Menschlichkeit“ und am Samstag wird √ľber sexuelle Gewalt in der Kirche diskutiert. Die meisten Veranstaltungen finden in Mannheim-Lindenhof in der evangelischen Johanniskirche statt.

Das  Programm finden Sie hier.

Alle Artikel auf dem Rheinneckarblog zum Katholikentag finden Sie hier.

√Ėkumenischer Gottesdienst auf der Schauenburg

Eine Wolke verdeckte die Sonne

Pfarrer Baier (links) und Pfarrer Billau

Dossenheim, 17. Mai 2012. (red/cr) „Kommen und Gehen“ war das Motto des diesj√§hrigen Gottesdienstes zu Christi Himmelfahrt. Wieder wurde der Gottesdienst √∂kumenisch auf der Schauenburg gefeiert. Bei gutem Wetter kamen viele Kirchg√§nger.

Von Christian Ruser

F√ľr die katholische Gemeinde begann der Gottesdienst mit einer Prozession vom Parkplatz zur Burgruine. Angekommen f√ľllten sie die noch leeren B√§nke. Den Gottesdienst hielten Pfarrer Manfred Billau und Pfarrer Pfarrer Ronny Baier. Unter der √úberschrift „Kommen und Gehen“ predigten sie √ľber die Himmelfahrt und deren Bedeutung f√ľr die Menschen.

Pfarrer Billau verglich die Form des jensseitigen Jesus Christus mit einer Wolke. Wahrnehmbar, aber nicht greifbar und diffus. Dieses Bild erlangte an diesem Tag eine besondere Nähe, da Herr Billau zum Gottesdienstbeginn auf eine Wolke ansprach, die sich hartnäckig vor der Sonne hielt.

Pfarrer Baier sprach im Zusammenhang mit Christi Himmelfahrt von einer Bedeutungsverst√§rkung der Person Jesu. War er zu Lebzeiten Sprachrohr f√ľr eine kleine Gruppe, konnte er nach seiner Himmelfahrt Menschen auf der ganzen Welt erreichen. Es k√∂nnte von einer Transzendenz der Person hin zur Idee gesprochen werden.

F√ľr die musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgten die Bl√§ser der Posaunenchors Dossenheim.

Am Ende des Gottesdienstes zeigten die beiden Pfarrer, dass mam gemeinsam zu besseren Ergebnissen gelangt, als allein. So wurden die Besucher gebeten beim Abbau der Bänke mit anzufassen. In wenigen Minuten war alles abgebaut und verladen.