Dienstag, 12. Dezember 2017

Gemeinderat bef├╝rwortet Ausbau von weiteren Ganztagespl├Ątzen

Mehr Zuschuss f├╝r den Tr├Ąger, mehr Betreuung f├╝r die Kinder

Dossenheim, 10. April 2014. (red) Die Gemeinde wird Kindergarten und Krippe der katholischen Kirchengemeinde k├╝nftig h├Âher bezuschussen. Die Ank├╝ndigung der Gemeinde, die Anzahl der Pl├Ątze f├╝r Ganztagskinder ab dem Kindergartenjahr 2014/2015 zu erh├Âhen, fand bei Verwaltung sowie Gemeinderat gro├čen Anklang. An den daf├╝r n├Âtigen Umbauma├čnahmen wird sich die Gemeinde mit 24.000 Euro beteiligen. [Weiterlesen…]

Gemeinderat beschlie├čt Einf├╝hrung der neu geschaffenen Ausbildung f├╝r Erzieher/innen

Bald auch PiA-Azubis in Dossenheimer Kinderg├Ąrten

Dossenheim, 11. April 2013. (red/aw) Der Gemeinderat stimmte in seiner Sitzung am 09. April 2013 dem Antrag der beiden Kirchengemeinden zu, auch Auszubildene nach dem Model PiA (Praxisintegrierte Ausbidlung) in den Dossenheimer Kinderbetreuungseinrichtungen einzustellen. Die Kosten hierf├╝r werden im Rahmen der bestehenden Betriebskostenvereinbarungen ├╝bernommen. Ziel von PiA ist es, vor dem Hintergrund des bestehenden Fachkr├Ąftemangels, zus├Ątzliche Ausbildungspl├Ątze zu schaffen und gleichzeitig zus├Ątzliche Zielgruppen f├╝r den Beruf des Erziehers bzw. der Erzieherin zu gewinnen. [Weiterlesen…]

Besorgte Anwohner sprechen im Gemeinderat

Sorge um Krippenzufahrt

Anwohner f├╝rchten um die Sicherheit ihrer Kinder.

Dossenheim, 19. Juli 2012. (red/cr) W├Ąhrend der Gemeinderatssitzung am Dienstag brachten Anwohner aus der Anne-Frank-Stra├če die Bitte vor, die Zufahrt f├╝r einen neue Kinderkrippe nicht ├╝ber diese Stra├če zu regeln.

Die Anwohner bef├╝rchten, dass w├Ąhrend der Bring- und Abholzeiten mit einem enormen Verkehrsaufkommen zu rechnen ist. Die zwanzig Kinder der Anwohnerfamilien w├╝rden so einem erh├Âhten Unfallrisiko ausgesetzt, da es keinen Gehweg gibt. Auch wird bef├╝rchtet, dass der Weg zur Schule oder Arbeit blockiert sein k├Ânnte.

Es wird angeregt eine busspur├Ąhnliche L├Âsung an der B3 in Betracht zu ziehen. Sollte das nicht m├Âglich sein, m├Âchten die Anwohner schriftlich best├Ątigt haben, dass die Gemeinde vor dieser Gefahr gewarnt wurde.

B├╝rgermeister Lorenz nimmt die Anregung gerne entgegen, vermutet aber, dass es keine andere M├Âglichkeit geben wird. Auch glaubt er, dass die Verkehrsbelastung durch eine Kinderkrippe nicht so extrem ist, wie es bei anderen Betrieben der Fall w├Ąre.

Eine schriftliche Best├Ątigung der Warnung kann Herr Lorenz nicht erteilen, da der Gemeinderat als Gremium nicht haftbar gemacht werden kann.

Auch wenn die Sorge der Anwohner nachvollziehbar ist, scheint sie doch etwas extrem. So wird angenommen, dass f├╝r eine Krippe mit drei├čig Pl├Ątzen auch die gleiche Zahl an Parkm├Âglichkeiten notwendig wird. Vergleicht man die Parkplatzsituation mit anderen Dossenheimer Kinderbetreuungseinrichtungen, so haben die Kinderg├Ąrten in der Lessingstra├če, dem Kronenburger Hof und in der Wilhelmstra├če Parkpl├Ątze f├╝r das Personal direkt in der Stra├če.

Ganztagesbetreuung liegt voll im Trend

Brauchen wir in Zukunft noch Eltern?

Dossenheim, 07. Mai 2012. (red/cr) Diskussionen ├╝ber die Ganztagsbetreuung von Kindern nehmen in den letzten Jahren immer weiter zu. Es scheint ein Zeichen der Zeit zu sein, dass beide Eltern berufst├Ątig sind und die Kinder deshalb schon fr├╝hzeitig in einer Einrichtung untergebracht werden m├╝ssen. Nun stellt sich aber die Frage, ob es sich um eine Notwendigkeit handelt – oder einen Trend.

Kommentar: Christian Ruser

Alle sind sich einig. Deutschland braucht mehr Krippenpl├Ątze. Au├čerdem wird ├╝ber Kleinkindbetreuung ab zwei Monaten und die Ganztagsschule ab der Grundschule nachgedacht.

Ganztagsbeteuung, eine Hilfe

F├╝r diese Entwicklung sprechen viele gute Gr├╝nde. Ein typisches Beispiel ist die alleinerziehende Mutter. Sie ben├Âtigt eine Vollzeitstelle, um sich und das Kind oder die Kinder ern├Ąhren zu k├Ânnen. Viele Familien ben├Âtigen den Verdienst beider Partner und manche Eltern wissen nicht, wie sie ihrer Erziehungsrolle gerecht werden k├Ânnen, so dass es f├╝r das Kind besser ist, wenn dies von P├Ądagogen ├╝bernommen wird.

Mit der Ganztagsbetreuung in Kindergarten und Schule soll den Eltern die Teilnahme am Arbeitsleben erleichtert werden. Die Firmen m├╝ssen sich bei der Einstellung weniger Gedanken um fehlende Arbeitskr├Ąfte machen. Aber was gewinnen die Kinder und Familien?

Verlagerung der Bezugspersonen

Wenn Kinder schon fr├╝h zur Ganztagsbetreuung in die Krippe kommen, werden die Erzieherinnen zu neuen Bezugspersonen. Kernerlebnisse wie das erste Wort und der erste Schritt werden nicht mehr in der Familie erlebt. Starke, verbindende Elemente des Familienlebens bleiben auf der Strecke.

In der Schule soll nun nicht nur die Ganztagsbetreuung fortgesetzt werden, sondern auch die Nachmittagsbesch├Ąftigung mit einem sinnvollen Bildungsziel verbracht werden. Erlernen eines Musikinstruments, Sport oder Schachklub sind nur einige M├Âglichkeiten. Das Leben der Kinder wird schon fr├╝h auf Effizienz ausgerichtet.

Ausgebrannt

Der Druck der Arbeitswelt auf den Menschen ist enorm. Immer mehr Krankentage sind auf das Burn Out Syndrom zur├╝ckzuf├╝hren. Die Schlussfolgerung hieraus ist, dass sich viele Menschen vom Arbeitsalltag und den ihnen gestellten Anforderungen ├╝berlastet f├╝hlen.

Wenn nun Kinder ein ├Ąhnliches Zeitpensum t├Ąglich bew├Ąltigen m├╝ssen, wie ihre Eltern, wenn ihr Alltag auf ganzt├Ągiges Lernen ausgerichtet ist, muss man dann nicht bef├╝rchten, dass sie auch ausbrennen? Dass sich diese Kinder irgendwann verweigern, weil sie schlicht und einfach nicht mehr k├Ânnen?

Wo ist die Familie?

Auch stellt sich die Frage, welchen Sinn die Gesellschaft der Familie noch zukommen l├Ąsst, wenn die Erziehungsaufgaben und die Betreuung an Kinderg├Ąrten und Schulen abgetreten wird. Sind dann Familien nicht nur noch Wohngemeinschaften mit Kind?

Wenn sich die Familien zehn Stunden am Tag nicht sehen, weil sie bei der Arbeit sind, acht Stunden, weil sie schlafen, dann bleiben maximal noch sechs Stunden f├╝r die Familie.┬á Kommen zu dieser Rechnung ├ťberstunden, Einkaufsfahrten und Freizeitaktivit├Ąten der Eltern hinzu, ist damit zu rechnen, dass Eltern tats├Ąchlich zu Ern├Ąhrern degradiert werden.

Ich m├Âchte die Idee der Ganztagsbetreuung nicht verteufeln. Bei all der Euphorie halte ich es aber f├╝r notwendig zu ├╝berlegen, wer denn diese Entwicklung wirklich w├╝nscht und wem sie zugute kommt. Ich bef├╝rchte, dass die Kinder bei all dem nicht an erster Stelle stehen.

Vielleicht solle auch dar├╝ber nachgedacht werden, wie sich die Arbeitswelt dem Familienwohl anpassen kann, statt umgekehrt. Dass die Ganztagsbetreuung nicht die L├Âsung sein kann, liegt auf der Hand.