Freitag, 24. November 2017

Das LTE-Netz hat noch Löcher

Rhein-Neckar, 21. März 2014. (red/ld) Das lange Warten auf die neuesten Nachrichten oder Informationen hat dank LTE-Technik (Long Time Evolution) ein Ende. Ăśber diesen Verbindungsstandard sind Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 300 Megabit/Sekunde möglich. In unserem Berichtsgebiet ist die Technik schon weit verbreitet. Aber es gibt noch Löcher. [Weiterlesen…]

Tipps der Polizei

WohnungseinbrĂĽche angestiegen

Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis, 05. November 2012. (red/pol) Tatort Laudenbach: Der Einbrecher kam in der Nacht von Montag auf Dienstag (03./04.12.), er öffnete die nur zugezogene – nicht verschlossene – HauseingangstĂĽre einer Erdgeschosswohnung in der Friedrich-Ebert-StraĂźe. Aus dem Schlafzimmer, in dem der Geschädigte schlief, entwendete der Einbrecher ein Smartphone, im Wohnbereich lieĂź der Täter Bargeld, ein Laptop sowie zwei EC-Karten mitgehen, der Diebstahlsschaden beläuft sich auf ca. 1.000 €. [Weiterlesen…]

Alice und ihre Welt - Kolumne von Gesina Stärz

Mein Smartphone und ich gehen einen Kaffee trinken

Ist ein Smartphone ein guter Ersatz fĂĽr einen

Rhein-Neckar, 04. Juni 2012. Ist ein Smartphone ein guter Ersatz fĂĽr einen „echten“ Begleiter? Geht der Trend zum Secondhand-Leben? DarĂĽber macht sich Gesina so ihre Gedanken.

Gerhard Polt wurde vor kurzem 70 Jahre alt. Er wird halt älter, wie er selbst sagt, was keineswegs mit dem Wort „alt“ und seiner Bedeutung zu verwechseln ist. Denn alt ist, wer nicht mehr aktiv am Leben teilnimmt, vorm Fernseher herumhängt und das Leben aus zweiter Hand aus den Medien erfährt.

Nach der Definition können auch junge Menschen als alt bezeichnet werden, so sagt es der am Schliersee lebende Kabarettist. Und nach seinen Beobachtungen gibt es darüber hinaus einen Trend zum Secondhand-Leben.

Heute tauschen sich die Menschen sehr häufig über das aus, was sie vermittelt durch Medien erlebt haben: also im Fernsehen gesehen, im Internet entdeckt oder in den Zeitungen gelesen. Ja, so ist das. Und das ist noch nicht alles.

Real oder virtuell?

Wir Menschen sind uns dank der Medien so nah und dabei gleichzeitig so fern, dass man meinen könnte, ein und derselbe Mensch wandere zwischen Parallelwelten hin und her, und nur gelegentlich befinden wir uns in der Welt, die wir real nennen, in der es Gerüche gibt, etwas zu essen und das natürliche Bedürfnisse, das Gegessene in verarbeiteter Form wieder loszuwerden.

Ach ja, das Atmen nicht zu vergessen, und das Trinken. Einen Cappuccino zum Beispiel oder einen Latte Macchiato. Das geht nur real, nicht virtuell, aber natürlich mit virtueller Begleitung. Während ich dies schreibe, sitze ich in einem Café in Mannheim und mir gegenüber an einem Tisch eine junge Frau, vielleicht Anfang 20, die Konturen um die Augen schwarz nachgezogen, die Haut blass, der Blick gelangweilt, vor einer Jumbotasse Milchkaffee.

Es ist übrigens ein Café mit einem wunderbaren Blick auf den Rhein. Sitzt man in erster Reihe, dann ist man dem Wasser so nah, dass man das Gefühl hat, man gleite knapp über der Wasseroberfläche dahin.

Begleiter, die nicht da sind – eigentlich

Zurück zur jungen Frau. Sie sitzt zwar allein am Tisch, aber sie ist dennoch nicht allein. Neben der Jumbotasse Milchkaffee liegt ihr virtueller Begleiter, ein Smartphone. Gelegentlich gibt ihr virtueller Begleiter Töne von sich, dann liest sie von seinem Display etwas ab, lächelt, tippt auf ihm herum und nimmt einen Schluck Kaffee.

Manchmal spricht sie in ihren virtuellen Begleiter hinein, gibt ihre Position durch, fragt nach seiner Position, erklärt, dass sie nichts macht und auch noch nicht weiß, was sie später machen wird. Dann legt sie auf und surft offensichtlich via Smartphone im Internet. Vielleicht brauchte sie neue Erlebnisse, neue Informationen, neue Nachrichten aus der virtuellen Welt, um etwas zum Erzählen zu haben.

Vielleicht waren es Kaffeehausgäste wie diese junge Frau und ihre virtuellen Begleiter, die Gerhard Polt beobachtete und die ihn zu seiner Secondhand-Erlebnisweltthese brachten.

Gehirnkapazität outsourcen

Aber nicht nur Kabarettisten machen sich Gedanken ĂĽber die Auswirkungen der medialen Welt auf unser Leben, auch Philosophen. David Chalmers, einer der bedeutendsten Philosophen unserer Zeit, kauft sich nicht einfach nur ein iPhone, er denkt auch ĂĽber ein solches nach.

Ebenso Andy Clark, auch Philosoph. Ihre Thesen lauten: Wir erweitern unseren Geist, das Mentale ist überall in der Welt. In Google zum Beispiel und in anderen Suchmaschinen zu denen wir via Hardware Zugang haben. Unsere Gehirne outsourcen sozusagen Gedächtnisfunktionen und haben dann freie Kapazitäten für andere Leistungen.

Offensichtlich ist uns das noch gar nicht bewusst. Wir stecken in den Kinderschuhen großer Entwicklungen. Wir haben die Möglichkeit, kognitive Leistungen zu outsourcen. Damit erschließen sich freie Geisteskapazitäten. Ist das nicht so, als würden sich uns völlig neue Ressourcen erschließen, wie einst zu Beginn der Industrialisierung die Rohstoffvorkommen unserer Erde?

Jetzt haben wir Unmengen von freien Denkkapazitäten zur Verfügung. Nur, wozu nutzen wir diese? Sollten nicht schon unsere Kinder in Kindergärten und Schulen darauf vorbereitet werden?

Die junge Frau mir gegenüber schließt Kopfhörer an ihr Smartphone an und stöpselt sie ins Ohr. Sie hört vermutlich Musik. Ich studiere ihren Gesichtsausdruck in der Hoffnung, herauszufinden, was sie hört. Sie ist blass und schaut ein wenig gelangweilt – alles unverändert. Vielleicht sollte ich sie anrufen oder ihr eine SMS schicken?